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02.06.2017

Wie firm soll man als Gefirmter sein?

Die Aufnahme in die Kirche findet durch die Firmung ihren Abschluss.

In diesen Tagen kann man wunderbare Firmungen erleben. Aber leider auch solche, wo ich mich frage, ob denn alle Beteiligten ernst meinen, was da passiert.


Ein wichtiger Aspekt der Firmung ist ja, dass sie die Taufe vollendet: Die Aufnahme in die Kirche findet durch die Firmung ihren Abschluss. Der G efirmte ist „Vollbürger im Reiche Christi“, wie es der deutsche Katechismus formuliert hat. Er hat alles mitbekommen, was er zum Jünger braucht. Eine höhere Stufe oder einen erwachseneren, großjährigeren Zustand des Christseins gibt es nicht.


Seit die Taufe in der Regel im Säuglings­alter empfangen wird, hat sich dieser Aspekt der Firmung verstärkt: Irgendwann muss es ja den Moment geben, wo man seinen Glauben und die Kirche mit ihren Rechten und Pflichten aus freiem und mündigem Herz für sich annimmt.


Für die Firmlinge wären daher zumindest dieselben Voraussetzungen zu erwarten wie für die Taufe eines Erwachsenen:

  • Ist ihr Bemühen um ein christliches Leben erkennbar? 
  • Sind sie genügend in die christliche Gemeinde hineingewachsen?
  • Ist der christliche Glaube für ihr Leben so bedeutsam geworden, dass sie ihr Leben aus dem Glauben deuten können?
  • Ermöglicht ihr Zugang zur Liturgie ihnen die Mitfeier der Geheimnisse des Glaubens?

Mit diesen Fragen (aus dem Vorwort des Messbuchs) ist die ganz normale christliche Existenz angesprochen. Es ist gut, sie auch auf die Firmlinge anzuwenden. Wir erkennen dann, ob wir es ehrlich meinen, dass wir nach der Firmung mündige Christen vor uns haben sollten.


Es geht mir hier nicht darum, ob man besser aussieben müsste, wen man zur Firmung zulässt. Sondern dass man den jungen Menschen nur gerecht wird, wenn man die Firmung und ihre Vorbereitung ernst angeht und sie unter das große Ziel stellt: dass jeder Firmling zu einer echten, erwachsenen Freundschaft mit Christus findet.