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Theologischer Verlag Zürich
26.09.2017

Niklaus von der Flüe: Mensch und Mystiker

Die Katholiken der Schweiz feiern Bruder Klaus. Ein Gedenkband weitet den Blick auf den Einsiedler.

 

 

Konrad Adenauer verehrte ihn und soll vor seinem historischen Moskau-Besuch 1955 inkognito eine ganze Nacht lang vor dem Grab des hl. Niklaus von der Flüe in der Pfarrkirche Sachseln gebetet haben. Adenauers Verhandlungen in Moskau über die Befreiung der noch verbliebenen deutschen Kriegsgefangenen verliefen erfolgreich.


„Der prophetische Einsiedler Niklaus von der Flüe gehört zu den wirkungsmächtigen Leitfiguren der Schweiz und kann für ganz Europa und die Welt als Prophet und Mittler des Friedens gesehen werden“, schreibt Theologe Stefan Hartmann im Gedenkband „Mystiker, Mittler, Mensch. 600 Jahre Niklaus von der Flüe“. Hartmann ist einer von 60 Autorinnen und Autoren, die den
Mystiker und Friedensstifter darin aus verschiedensten Perspektiven beleuchten.


Das Buch bietet Gelegenheit zur intensiven Auseinandersetzung mit dem großen Heiligen.


Niklaus von Flüe wurde 1417 in Flüeli-Ranft geboren. Mit seiner Ehefrau Dorothea Wyss hatte er zehn Kinder. Niklaus war Bauer, Ratsherr in Obwalden und Richter seiner Gemeinde.

 

Nach einer inneren Krise legte er 1467 alle Ämter nieder und verließ seine Familie. Der Überlieferung nach geschah dies mit dem Einverständnis seiner Familie.

 

Er ließ sich in der Ranftschlucht, nur wenige hundert Meter vom Wohnhaus seiner Familie entfernt, nieder. Die Bevölkerung baute ihm hier eine Klause direkt an eine Kapelle. Er soll sich nur von der Heiligen Kommunion ernährt haben.

 

Menschen von nah und fern suchten seinen Rat. 1481 führte eine durch einen Pfarrer überbrachte Botschaft von Bruder Klaus an eine Ratsversammlung in Stans zum Frieden unter den Eidgenossen.


Niklaus von Flüe starb 1487.

1947 wurde er heiliggesprochen.