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Herder Verlag
18.06.2018

Das Vaterunser und die Versuchung

Muss/wird die sechste Vaterunser-Bitte demnächst auch auf Deutsch verändert werden?

 

 

Papst Franziskus empfindet die Übersetzung der Vaterunser-Bitte „… und führe uns nicht in Versuchung“ als zu hart. „Ein Vater tut so etwas nicht“, sagt unser Papst. Ausgehend von diesen päpstlichen Anmerkungen ist eine Debatte entstanden, denn das Vaterunser ist schließlich das bedeutendste Gebet der Christenheit.


Ein vom Bochumer Neutestamentler Thomas Söding herausgegebener Sammelband bringt Stellungnahmen von Expertinnen und Experten vieler theologischen Disziplinen.

 

Dabei geht es zum einen um das ganze Vaterunser, mit all seinen Bitten, zum anderen immer wieder auch um das Gottesbild, das hinter dem Vaterunser steht.


Viele Fragen warten auf eine Antwort.

  • Ist die deutsche Übersetzung stimmig?
  • Ist die französische („Lass uns nicht in Versuchung geraten“) „besser“?
  • Muss die sechste Vaterunser-Bitte überhaupt verändert werden?
  • Oder ist diese Bitte (wie das ganze Vaterunser) eine ständige, bewusste Provokation Jesu für das Beten und Denken seiner Jünger, also auch für unser Beten?
  • Was meint eigentlich der Begriff des Handeln Gottes?
  • Wie ist „Versuchung“ zu verstehen?
  • Führt Gott selbst in Versuchung?
  • Oder erprobt er  „nur“ die Menschen?
  • Wie passen diese Gedanken zur bisweilen „weichen“ Rede vom „lieben Gott“?

 

Mein Fazit: Die deutsche Übersetzung der sechsten Bitte des Vaterunser („Führe uns nicht in Versuchung“) ist eine ziemlich wörtliche Wiedergabe.

 

Vielleicht ist „... und führe uns nicht in eine Bewährungsprobe“ noch besser.

 

Der Sammelband ist eine Pflichtlektüre.