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07.03.2019

Warum Ostern 2019 so spät ist

Das Osterfest wird immer nach dem ersten „zyklischen" Frühlingsvollmond gefeiert.

 

Die Faustregel zur Bestimmung des Osterdatums besagt, dass Ostern am Sonntag nach dem ersten Frühlings-Vollmond ist, wobei als Frühlingsanfang der 21. März festgelegt wurde – unabhängig vom tatsächlichen Termin der astronomischen Tag- und Nachtgleiche.

 

Heuer haben wir am frühen Morgen des 21. März (um 2:42:54 Uhr) einen Vollmond, also sollte nach der genannten Regel am darauffolgenden Sonntag, am 24. März, Ostern sein. Tatsächlich steht aber als Osterdatum der 21. April 2019 im Kalender, der Sonntag nach dem zweiten Frühlings-Vollmond am 19. April.


Solche Ausnahmen von der Faustregel gab es schon mehrfach. In den ersten Jahrhunderten des Osterfestes war es nicht einfach, Frühlingsanfang und Vollmond auf den Tag genau sicher vorauszusagen.

 

Auf Grund jahrhundertelanger Beobachtungen hatte man aber gute Durchschnittswerte gewonnen. Deshalb wird zur Berechnung des Osterdatums nicht das tatsächliche Datum der astronomischen Vollmond-Erscheinung verwendet. Vielmehr werden die Daten aus einer zyklischen Reihe aufeinander folgender Vollmonddaten bestimmt.

 

Die so ermittelten Vollmonddaten für die Osterberechnung können aber um einen Tag von den astronomischen Vollmonddaten abweichen. Das blieb auch nach der Gregorianischen Kalenderreform so.


Für 2019 fällt dieser „zyklische Vollmond“ noch auf den 20. März (um 22:58 Uhr) und gilt damit noch als Wintervollmond. Der astronomische Vollmond am 21. März 2019 spielt daher keine Rolle für die Osterberechnung, sondern erst der nächste Vollmond im April.

 

Ähnliche Diskrepanzen zwischen „astronomischem“ und „zyklischem“ Ostertermin traten bereits 1590, 1666, 1685, 1924, 1943 und 1962 auf und werden sich wieder in den Jahren 2038, 2057, 2076, 2095, 2114, 2133, 2152, 2171 und 2190 ergeben.