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18.08.2019

Wer Gott nahe ist, ist dem Feuer nahe (Lk 12,40-53)

P. Walter Ludwig OCist: Evangeliumsauslegung zum 20. Sonntag im Jahreskreis (18.8.2019)

 

Das Wort zur Schrift - meine Gedanken zum Evangelium

zum 20. Sonntag im Jahreskreis; Lukas 12,49-53

 

mit Impuls - Inspiriert vom Evangelium

 

Als ich heuer beim Pfarrfest unser großes „Dreifaltigkeitsfeuer“ entzündete, stolperte ich und fiel auf die eine Seite des großen Holz- und Reisighaufens, der an der anderen Seite schon zu brennen begonnen hatte. Man half mir gleich wieder auf die Beine, aber doch war ich für einen Moment dem Feuer nahe. Nahe am Feuer – und es ist mir doch nichts passiert.

 

Der Ausspruch Jesu im heutigen Evangelium, dass er Feuer auf die Erde werfen wolle, befremdet, weil er Jesus von einer leidenschaftlichen Seite zeigt. Das Feuer ist ja nicht nur ein gefährliches und zerstörendes Element, sondern auch ein lebenspendendes und befreiendes.

 

An drei Feuergeschichten der Bibel möchte ich erinnern, um zu zeigen, was Jesus mit dem Feuer meint.


JHWH offenbart sich dem Mose im brennenden Dornbusch (Exodus 3).
Er zeigt sich im Feuer als der leidenschaftliche Gott, der dem Menschen nahe ist und mit seinem Licht auch die dunklen Wege des Leidens hell macht.


Elia ruft Feuer vom Himmel im Kampf mit den Baalspriestern (1 Könige 18, 20-39). Das Feuer verschlingt das vorbereitete Opfer und den Opferaltar. Hier steht das Feuer für die Reinheit des Glaubens Israels. Gott will den Gläubigen zeigen, dass sie sich auf ihn verlassen können.


Und schließlich offenbart sich zu Pfingsten der Geist Gottes den Aposteln und den Zuhörern in den gewaltigen Zeichen von Sturm und Feuer (Apostelgeschichte 2, 1-12). Er ist die brennende Liebe Gottes, der sich allen Menschen zeigen will und alle in sein Reich einlädt.


Der heilige Origenes überliefert ein Wort Jesu, das nicht in den Evangelien steht, aber doch einen wunderbaren Blick in die brennende Liebe Jesu ermöglicht: „Wer nahe bei mir ist, ist dem Feuer nahe; wer fern von mir ist, der ist fern vom Reich Gottes.“


Oftmals mag es uns gehen wie in dem Missgeschick, das ich oben erzählt habe: Wir sind dem Feuer nahe, aber wir spüren nichts davon, unser Christentum ist schal und lau geworden. Das Feuer der Leidenschaft Gottes berührt uns nicht, und wir spüren gar nicht, dass Jesus uns mit seiner Liebe verändern möchte.


Da ist es wohl notwendig, sich wieder mit ganzem Herzen Jesus zuzuwenden. Wenn ich die Bibel lese, wenn ich die heilige Kommunion empfange, wenn ich bete, spüre ich etwas von der brennenden Liebe Jesu. Und wo er mich mit seinem Feuer ansteckt, dort will ich mich mit ganzem Herzen für ihn und sein Reich einsetzen.  

 

 

Evangelium

nach Lukas 12,49-53

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

 

 

Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!


Ich muss mit einer Taufe getauft werden und wie bin ich bedrängt, bis sie
vollzogen ist.


Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.


Denn von nun an werden fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter, und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

 

Impuls

Inspiriert vom Evangelium

 

Wofür brenne ich –  
in meinen Gedanken, Gebeten und Worten?


Stiften meine Worte Frieden oder Streit?,
Und habe ich mir schon einmal überlegt warum?


Suche ich die Nähe des Feuers Gottes –  
oder des Feuers von Zwietracht und Streit?

 

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