Freitag 3. April 2026

Schnellsuche auf der Website

11.12.2025

Kunstinstallation auf Votivkirche: Mit 4900 Lichtpunkten in die Unendlichkeit

Eine Lichtskulptur der Künstlerin Billi Thanner strahlt ab 16. Dezember zwischen den Türmen der Votivkirche über Wien. Es handelt sich um einen liegenden Achter, das Unendlichkeitssymbol.

„Vor rund zwei Jahren ist diese komplett verrückte Idee auf meinem Schreibtisch gelandet,“ berichtet Martin Sieger vom Bauamt der Erzdiözese Wien. Gemeinsam mit einem Team aus ExpertInnen aus den Bereichen Statik, Lichttechnik und künstlerischer Gestaltung, konnte das Projekt realisiert werden. Wobei bis zum Schluss die Spannung groß war, ob es tatsächlich funktionieren wird. Die Skulptur des liegenden Achters, der für Unendlichkeit steht, wurde zwar in einer Halle in Berndorf vorab einmal aufgebaut und im Windkanal getestet, aber es sei dann doch noch einmal etwas anderes, wenn die Installation zwischen den Türmen der Votivkirche hänge und Windgeschwindigkeiten über 100 km/h ausgeliefert sei, so der Statiker Klaus Petraschka. Für die Kirche bestehe aber keinerlei Gefahr, die Schwankungen durch die Windeinflüsse von bis zu 70 cm seien einkalkuliert. Pfarrer Josef Farrugia begrüßt die Installation, auch wenn er anfangs skeptisch gewesen sei: „Ich bete jeden Tag, dass die Türme halten,“ sagt er mit einem Lachen.

 

Über die Himmelsleiter bis in die Unendlichkeit
Die Künstlerin Billi Thanner, einem breiten Publikum bekannt durch die Installation „Himmelsleiter“ am Stephansdom, erklärt die Installation: „Licht ist für mich das Leben. Und irgendwann kam der Impuls: die Unendlichkeit im Licht sichtbar machen. Nicht abstrakt, sondern real im Stadtraum – zwischen den beiden Türmen dieser Kirche.“

Die Künstlerin realisierte „Unendlichkeit des Lichtes“ als unabhängiges Projekt, getragen von privaten SponsorInnen und UnterstützerInnen. Sie verzichtete auf ein persönliches Honorar sowie auf öffentliche oder kirchliche Förderungen.

 


 

Licht als Zeichen der Hoffnung
Bischofsvikar Dariusz Schutzki, zuständig für die Kirchen in Wien, erläutert, was die Lichtinstallation für ihn bedeute: „Das Unendlichkeitszeichen erinnert uns an die Sehnsucht nach etwas, das über unser irdisches Dasein hinausreicht: an das ewige Leben, an Gottes endlose Liebe und die Hoffnung auf Vollendung. In unserer schnelllebigen Zeit lädt uns die Lichtskulptur an der Votivkirche dazu ein, kurz innezuhalten und über das Wesentliche nachzudenken. Ich wünsche uns, dass dieses Licht ein Zeichen der Hoffnung wird, das von den Kirchtürmen auf ganz Wien ausstrahlt und uns allen ein Wegweiser wird – zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen und zu Gott.“

 

Es werde Licht: Ab 16. Dezember
Die Illuminierung findet am 16. Dezember um 19:15 Uhr statt. Die Lichtskulptur wird bis 1. August 2026 zu sehen sein, wobei Billi Thanner den vorsichtigen Ausblick gibt, dass eine Verlängerung möglich sei.