Propst Höslinger und Erzbischof Grünwidl betonen gute Zusammenarbeit von Erzdiözese und Orden - Grünwidl-Tipps für die Fastenzeit: "Hände falten, Hände aus der Tasche nehmen und Hände in den Schoß legen"
Einmal im Jahr treffen sich im Februar alle Vertreter, Pfarrgemeinderäte und Vermögensverwaltungsräte der Pfarren des Augustiner-Chorherrenstiftes Klosterneuburg zum gegenseitigen Austausch mit anschließender Messe in der Stiftsbasilika. Heuer stand dieses Treffen unter einem besonderen Vorzeichen, da auch der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl daran teilnahm, wie das Stift am Dienstag in einer Aussendung mitteilte. Grünwidl wie auch Propst Anton Höslinger betonten dabei das gute Miteinander von Erzdiözese und Orden. Erzbischof Grünwidl bezeichnete die Pfarren als spirituelle Nahversorger und das Stift Klosterneuburg als spirituelle Oase für die Menschen. Orden dienten vor allem auch als Orte des Betens und Schule des Betenlernens.
Der Erzbischof stand auch der abschließenden Pontifikalmesse in der Stiftsbasilika vor und hielt die Predigt. Darin lud er dazu ein, in der Fastenzeit die Vertrauensfrage zu klären: "Es geht um unser Herz. Durch Beten, Fasten und durch gute Werke soll das übergewichtige Ego abnehmen, soll neuer Raum entstehen für Gott und die Mitmenschen."
Grünwidl verwies auf den evangelischen Theologen Karl Barth (1886-1968). Dieser habe für die Fastenzeit drei Handbewegungen empfohlen: "Hände falten, Hände aus der Tasche nehmen und Hände in den Schoß legen." Zum Fasten gehöre, "dass ich im Laufe des Tages die Hände immer wieder falte und mit Gott ins Gespräch komme". Ebenso sei es notwendig, "die Hände aus der Tasche zu nehmen und zuzupacken, um zu helfen und zu teilen". Mindestens einmal am Tag sollte man aber auch die Hände "in den Schoß legen, zur Ruhe kommen, still werden und sich bewusst machen: Nicht ich habe mein Leben in der Hand, sondern ein guter Gott hält und trägt mich."