Antworten von Kardinal Christoph Schönborn in der Tageszeitung HEUTE am 27.2.2026
Heute ist „Familienfasttag“. Warum hat die Katholische Frauenbewegung diese Aktion ins Leben gerufen? Sollen etwa Familien fasten? Viele Pfarren bieten am „Suppensonntag“ Fastensuppen für den guten Zweck. Jeder verkaufte Teller Suppe unterstützt armutsbetroffenen Frauen und Familien. Die ganze Familie ist zum Fastensuppenessen eingeladen. Das „stärkt“ nicht nur Familien, sondern auch den Zusammenhalt. Dazu kann die Fastenzeit ermutigen: In der Familie noch mehr ein gutes Miteinander zu leben und die Herzen auch für die Not anderer Menschen zu öffnen. Ich bewundere den großen Mut und die Tapferkeit so vieler Familien in der Ukraine, die unter diesen widrigsten Umständen zusammenhalten. Das Zusammenstehen in der Familie und untereinander ist überlebenswichtig, besonders in diesem vierten Kriegswinter!
Erfreulich sind in diesen Tagen die Nachrichten von jungen Menschen, die einige Zeit ohne Handy gelebt haben. Das Ergebnis: Drei Wochen Handyfasten ist so erholsam wie zwei Wochen Ferien! Der Verzicht bedeutet auch: mehr Zeit für die Familie, für echte Freundschaften, für ein gelebtes Miteinander. Dann wird Fasten für alle zum Gewinn!