Rund 30 Nationaldirektoren beraten über den 100. Weltmissions-Sonntag, neue Statuten und das Erbe der Gründerin Pauline Marie Jaricot.
Erstmals seit 20 Jahren ist Österreich wieder Gastgeber der europäischen Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke (missio). Bis Freitag tagen die rund 30 Teilnehmer an der Hochschule Heiligenkreuz und in Wien – mit einem dicht gefüllten Programm aus Beratungen, Gebeten und Begegnungen.
Im Mittelpunkt stehen die Vorbereitungen für den 100. Weltmissions-Sonntag im Oktober sowie die Überarbeitung der internationalen Statuten der missio. Österreichs Nationaldirektor P. Karl Wallner betonte die besondere Bedeutung dieses Jubiläumsjahres: "Den Weltmissions-Sonntag besonders in Europa wiederzubeleben – das ist unser Ziel. In vielen Ländern schrumpft die Kirche. Wir wollen die Gläubigen ermutigen, auf die Hoffnung und Freude der Weltkirche zu blicken". Österreich rückt in diesem Jahr Äthiopien als Schwerpunktland in den Fokus. Weltweit werden im Oktober 1,4 Milliarden Katholikinnen und Katholiken zum Gebet und zu Spenden für die ärmsten Diözesen aufgerufen.
Ein weiteres Hauptthema: das historische Doppeljubiläum rund um Pauline Marie Jaricot (1799–1862). Vor 200 Jahren begründete die seliggesprochene Französin die Rosenkranzbewegung, aus der später die Päpstlichen Missionswerke hervorgingen. Sie erkannte früh die Kraft von Gebet und Spenden – die bis heute zwei tragenden Säulen von missio sind. Die Direktoren beraten, wie ihr Werk zeitgemäß weitergeführt werden kann.
Neben den Sachberatungen spielte das gemeinsame Gebet eine zentrale Rolle. Im Stephansdom feierten die Direktoren eine Messe mit Weihbischof Franz Scharl, der an die Sendung Jesu erinnerte: „Diese Mission war der Wegweiser in den Himmel." Die Kirche sei berufen, diese Sendung in Einheit mit Christus fortzuführen. Beim Empfang durch den Apostolischen Nuntius Erzbischof Pedro López Quintana erhielt die Runde einen klaren Appell: "Spenden allein sind nicht das Wichtigste. Finanzielle Unterstützung ist notwendig – doch entscheidend bleibt das Glaubenszeugnis" . Der Vatikan-Diplomat berichtete auch von persönlichen Kindheitserfahrungen: Die Kindermissionswerke seiner Heimatpfarre in Spanien hätten sein Glaubensleben entscheidend geprägt.
Im Rahmen der Tagung wurde die neu gestaltete Website von missio Österreich offiziell freigeschaltet – geleitet von Interims-Generalsekretär Father Tadeusz Jan Nowak. Ziel ist eine stärkere digitale Präsenz, um Information und Motivation für die Weltkirche auszubauen.