Mit der Neuerscheinung „Ferdinand Klostermann und das Laienapostolat“ wird das Wirken des Wiener Pastoraltheologen Ferdinand Klostermann (1907–1982) neu in den Fokus gerückt.
Das Buch versteht sich als Würdigung eines kirchlichen Visionärs – und zugleich als Impulsgeber für eine zukunftsfähige Kirche. Herausgegeben wurde der Band von Karl A. Immervoll und Alfred Kirchmayr, zwei Schülern und Wegbegleitern Klostermanns. Neben ausgewählten Texten des Konzilstheologen versammelt die Publikation Beiträge namhafter Autorinnen und Autoren.
Klostermann studierte Theologie in Linz und wurde 1929 zum Priester geweiht. 1960 berief man ihn in die päpstliche Kommission für das Laienapostolat beim Zweites Vatikanisches Konzil. Zwei Jahre später übernahm er die Professur für Pastoraltheologie an der Universität Wien, die er bis 1977 innehatte. Sein theologisches Leitmotiv: Kirche als gemeinsame Sendung aller Getauften. Klostermann kritisierte entschieden den Klerikalismus und verstand den christlichen Glauben als „Programm stetiger Veränderung“. Apostolat sei nicht Aufgabe weniger, sondern Berufung aller Gläubigen.
Bei der Buchpräsentation in Wien erinnerten Weggefährten an Klostermanns Persönlichkeit. Der Sozialwissenschaftler Emmerich Tálos würdigte ihn als bescheidenen, wissenschaftlich ernsthaften und zugleich außergewöhnlich offenen Lehrer. In seinen Privatissima habe er jungen Theologen neue Denk- und Gesprächsräume eröffnet. Zu den Autoren zählt auch der Pastoraltheologe Paul M. Zulehner, der Klostermann als „Zeitenwender“ bezeichnet – als jemanden, der sich leidenschaftlich für eine kirchliche Erneuerung im Geist des Konzils eingesetzt habe.Die Theologin und Soziologin Katharina Renner greift in ihrem Beitrag die Frage auf, wer eigentlich „Laiin“ oder „Laie“ sei. Ihre Antwort: Durch Taufe und Firmung seien alle Gläubigen zum priesterlichen, prophetischen und königlichen Dienst berufen.Ermutigung zur Erneuerung Zur Präsentation hatten das Forum „Zeit und Glaube“ des Katholischen Akademiker:innen Verbands Wien sowie die KABÖ eingeladen. Deren Vorsitzende Anna Wall-Strasser ermutigte dazu, kirchliches Handeln stets an der Frage auszurichten: „Was hätte Jesus heute getan?“ – eine Haltung, die das menschliche Antlitz der Kirche stärken könne.
Buchhinweis:
Karl A. Immervoll / Alfred Kirchmayr (Hg.): Ferdinand Klostermann und das Laienapostolat. Der Aufbruch damals – die Klerikalisierung heute. Edition R3, Rutzenmoos 2025.