Mit Wirkung vom 1. März 2026 errichtete Erzbischof Josef Grünwidl die neue römisch-katholische Pfarre „Selige Schwester Restituta“. Aus dem Pfarrverband „Am Mödlingbach“ wird damit eine eigenständige Pfarre, verwurzelt in gemeinsamer Geschichte und getragen vom mutigen Glaubenszeugnis der seligen Restituta Kafka aus Mödling.
Die neue Pfarre wurde aus den bisherigen Pfarren Mödling-Herz Jesu und Mödling-St. Othmar sowie Wiener Neudorf gebildet. Der bisherige Pfarrverband "Am Mödlingbach" wird damit, aufbauend auf der gemeinsamen geschichtlichen Tradition, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht, wieder zu einer gemeinsamen Pfarre. Dies geht aus der neu geschaffenen gemeinsamen Webseite pfarre-restituta.at hervor. Pfarrer Valenta bringt die Veränderung auf den Punkt: „Bisher sind wir in einer losen Partnerschaft gewesen, jetzt ist der Eheschluss vollzogen und wir sind dran, das mit echtem Leben zu füllen.“
Die feierliche Errichtung wird am 2. Fastensonntag, dem 1. März 2026, um 17.00 Uhr mit einem Startgebet in der Pfarrkirche St. Othmar begangen. Dem Gottesdienst steht Ordinariatskanzler Dr. Gerald Gruber vor. St. Othmar bleibt Pfarrkirche und Sitz der neuen Pfarre. Die Kirchen Herz Jesu in Mödling, die Spitalkirche (St. Ägidi) sowie Maria Schnee in Wiener Neudorf bleiben als Gottesdienstorte bestehen und sind künftig Filialkirchen. Organisatorisch werden Seelsorge, Verwaltung und pastorale Planung nun gemeinsam verantwortet.
Mit der Neugründung werden die bisherigen Pfarren als eigenständige Rechtsträger aufgehoben. Rechte und Pflichten gehen auf die neue Pfarre über. Ziel ist es, Kräfte zu bündeln, Verwaltungsstrukturen zu vereinfachen und mehr Raum für Seelsorge und kirchliches Engagement zu schaffen.
Patronin der neuen Pfarre ist die Selige Restituta Kafka (1894–1943), Ordensfrau und Märtyrerin des Glaubens. Als OP-Schwester im Krankenhaus Mödling versah sie ihren Dienst mit Professionalität und einem großen Herzen für die ihr anvertrauten Kranken. Als die nationalsozialistische Verwaltung die Entfernung der Kreuze aus den Krankenzimmern anordnete, widersetzte sie sich dieser Verfügung aus Gewissensüberzeugung. Sie wurde von einem Arzt angezeigt, verhaftet und schließlich zum Tod verurteilt. Ihr standhaftes Bekenntnis wurde zum Zeugnis für einen unerschrocken Glauben.
Ihr Name ist aber auch aus einem anderen Grund Programm für die neu errichtete Pfarre: Restituta leitet sich vom lateinischen Verb restituere ab – „wiederherstellen“, „aufrichten“, „erneuern“. Die neue Pfarre unter ihrem Schutz steht damit unter einer Verheißung: Gott richtet auf.