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14.08.2016
Besuch in einem Haus in Rom

Papst macht Überraschungsbesuch bei ehemaligen Prostituierten

Franziskus traf in kirchlicher Hilfseinrichtung mit Bewohnerinnen aus Rumänien, Nigeria, Albanien, Tunesien, Italien und der Ukraine zusammen.

 

Papst Franziskus hat am Freitagnachmittag, 12. August 2016 überraschend 20 ehemalige Prostituierte besucht. Er habe die Frauen im Rahmen seiner "Freitage der Barmherzigkeit" in einem Haus der Gemeinschaft Papst Johannes XXIII. im Norden Roms getroffen, teilte der Vatikan nach der Begegnung mit. Die von dem italienischen Priester Oreste Benzi gegründete katholische Gemeinschaft bietet in ihrer Einrichtung vor allem ehemaligen Zwangsprostituierten Schutz.

Franziskus war nach Angaben der Organisatoren des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit mehr als eine Stunde in dem Frauenhaus und sprach dort mit Bewohnerinnen aus Rumänien, Nigeria, Albanien, Tunesien, Italien und der Ukraine mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren.

Der Vatikan bezeichnete den Papstbesuch bei den Ex-Prostituierten als "Ruf an die Gewissen, Menschenhandel zu bekämpfen". Papst Franziskus hat Menschenhandel und Zwangsprostitution wiederholt kritisiert und als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" bezeichnet.

Im aktuellen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit fährt der Papst regelmäßig an Freitagen ohne vorherige öffentliche Ankündigung zu sozialen Einrichtungen. Unter anderem stattete er so bereits einem Altenheim, drogenabhängigen Jugendlichen und einem Flüchtlingsaufnahmezentrum einen Besuch ab.

Während des Weltjugendtags in Polen im Juli beging Franziskus den "Freitag der Barmherzigkeit" mit dem stillen Gebet beim Besuch des früheren NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, dem Besuch eines Kinderkrankenhauses in Krakau und bei einem Kreuzweg mit Weltjugendtagsteilnehmern.


Bitte um Vergebung

"Ich bitte um Vergebung für alle Katholiken und Gläubigen, die euch ausgenutzt, missbraucht und vergewaltigt haben", sagte Franziskus laut italienischen Medienberichten von Samstag, 13. August bei einem Besuch bei ehemaligen Zwangsprostituierten am Vortag. Er habe alle Frauen umarmt und um Vergebung gebeten, berichten Teilnehmer der überraschenden Begegnung über italienische Zeitungen. Die Gemeinschaft Papst Johannes XXIII frage nicht nach dem Glauben der Bewohnerinnen; aber sie alle hätten gespürt, dass der Papst eine besondere Person sei. "Als er uns umarmt hat, haben wir uns endlich wie ganz normale Frauen gefühlt und vergessen, warum wir hier sind", wird eine der aus der Prostitution befreiten Frauen zitiert.