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05.11.2017

Papst gegen Titelsucht und Doppelmoral bei Amtsträgern

Wer Autorität habe, müsse mit gutem Beispiel vorangehen.

Papst Franziskus hat Doppelmoral auch bei Kirchenvertretern beklagt. Ein "häufiger Defekt" bei staatlichen wie auch kirchlichen Amtsträgern sei, an andere Forderungen zu stellen, die man selbst nicht erfülle, sagte der Papst beim traditionellen Mittagsgebet am Sonntag, 5. November 2017 auf dem Petersplatz in Rom. Die Stärke der Autorität liege vor allem im guten Beispiel. Schlecht ausgeübte Amtsgewalt werde hingegen bevormundend, lasse die Menschen nicht wachsen und erzeuge Misstrauen, Feindseligkeit und Korruption.

 

Standesdünkel und Titelsucht

Die Versuchung zu Standesdünkel und Titelsucht sei "nicht immer leicht zu überwinden", sagte der Papst, der in seinen Worten das Sonntagsevangelium auslegte, in dem Jesus mit den Schriftgelehrten und Pharisäern ins Gericht geht. Er bedauere Menschen, die ihr Leben damit zubrächten, "hinter der Eitelkeit der Ehrungen herzulaufen", meinte Franziskus Christen dürften nicht nach Ehrentiteln, Amts- oder Vorrangstellungen streben. "Bescheidenheit ist wesentlich für ein Leben gemäß der Lehre Jesu", der nicht gekommen sei um sich bedienen zu lassen, sagte der Papst.