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30.05.2018

Wiener Don Bosco Haus setzt Zeichen gegen Cybermobbing

Gemeinsame Initiative mit dem Österreichischen Familienbund.

Das Wiener Don Bosco Haus will gemeinsam mit dem Österreichischen Familienbund ein Zeichen gegen Cybermobbing setzen und die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Familien fördern. Dazu wurde am Montag, 28. Mai 2018 u.a. zur Podiumsdiskussion "Facebook, Snapchat und die NSA liest mit" ins Don Bosco Haus geladen. P. Rudolf Osanger konnte dazu als "Hausherr" u.a. Familienministerin Juliane Bogner-Strauß begrüßen.

 

"Die junge Generation wächst heute in einer immer stärker digitalisierten Welt auf. Der Umgang mit digitalen Medien wird daher zu einer wichtigen Kulturtechnik. Das bietet einerseits vielfältige Chancen, das veränderte Nutzerverhalten birgt aber andererseits auch gewisse Risiken", sagte die Ministerin. Derzeit gebe es eine Kompetenzlücke bei den Eltern, die noch nicht mit dem Internet aufgewachsen sind. Wichtig sei es daher, zu lehren und zu lernen, in der Schule und in der Familie mit der digitalen Welt umzugehen.

 

Kein Pardon kannte die Familienministerin bei Kriminalität im Internet: "Die möglichen negativen Auswirkungen von Facebook, Snapchat und Co sind uns heute bekannt und es wird zum Glück vermehrt darüber diskutiert. Cybermobbing ist kein dummer Streich, sondern eine klar strafbare Handlung." 2016 wurde die Gesetzeslage in Österreich entsprechend geändert.

 

Vorkämpferinnen gegen Cybermobbing

Die Kärntnerin Michaela Horn ist eine der Vorkämpferinnen gegen Cybermobbing. Ihr Sohn hatte sich im Alter von 13 Jahren umgebracht. Auslöser für die Verzweiflungstat waren Angriffe gegen ihn im Internet. Erst einige Wochen nach dem Selbstmord erfuhren die Eltern von diesen Übergriffen. Seither engagiert sich Horn für bessere Gesetze, für Prävention und für Zivilcourage im Internet. "Wir müssen Kinder stark machen, mutig machen und uns Zeit nehmen. Sozialkompetenzen sind auch im Verhalten im Internet wichtig", so Horn. Ihre Botschaft an die Kinder: "Habt keine Angst mit euren Lehrern, Eltern und Freunden zu sprechen. Es ist nicht aussichtslos."

 

Im Rahmen der Medienkompetenz sei der Umgang miteinander ein wichtiger Bereich, sagte Christina Gabriel vom Wiener Kriminalamt. Mit der Verbreitung von Internet und Handy finde das absichtliche Beleidigen, Bedrohen und Bloßstellen unter Kindern und Jugendlichen vermehrt in der virtuellen Welt statt. Die Polizei sei bereits besonders sensibilisiert. Man unterstütze auch die Informationstätigkeit in den Schulen.

 

Die Medienpädagogin Caroline Weberhofer appellierte an die Erwachsenen. Diese hätten Vorbildwirkung. "Wenn wir respektvoll miteinander umgehen, ist auch die Hemmschwelle höher, andere zu mobben." Hier könnte auch der Religionsunterricht durchaus eine Rolle spielen, zeigte sich Michaela Horn überzeugt: "Moralische Fragen sollen auch in der Schule erörtert werden."