
Mit der traditionellen Gedenkveranstaltung der Wiener Friedensbewegung und der Hiroshima Gruppe Wien ist am Samstag, 6. August 2011, in Wien an die Opfer der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki gedacht worden. Heuer jähren sich die Abwürfe der Atombomben auf die beiden japanischen Städte, bei denen am 6. und 9. August 1945 rund 300.000 Menschen starben, zum 66. Mal. Zahlreiche Persönlichkeiten, darunter auch kirchliche Vertreter, haben sich in Grußadressen an die Teilnehmer gewandt. Österreichs Bischöfe haben sich in ihren Botschaften für einen Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen.
Nichts von ihrem Schrecken verloren
Auch 66 Jahre nach dem ersten Abwurf einer Atombombe habe die atomare Bedrohung nichts von ihrem Schrecken verloren, schrieb Kardinal Christoph Schönborn. Ganz im Gegenteil habe die Katastrophe von Fukushima der Menschheit vor Augen geführt, "dass auch die friedliche Nutzung der Atomkraft letztlich nicht beherrschbar ist und fruchtbare Zerstörungen auf unabsehbare Zeit anrichten kann
Gemeinsame Position der Kirchen
Auch die Vertreter der anderen christlichen Kirchen äußerten sich wie die katholischen Bischöfe. Der orthodoxe Metropolit Michael Staikos sprach sich ebenfalls für das Ende der Atomenergie aus. Fukushima zeige, dass Japan fälschlicher Weise auf Atomenergie setze, so Staikos. Sorge bereitete dem Metropoliten auch die Entwicklung in Europa. Die Lage und Situation in Österreichs Nachbarländern in Sachen Atomenergie sei gespalten, "neue, keineswegs erfreuliche Entwicklungen kündigen sich an." Er hoffe sehr, so der Metropolit, "dass im Blick auf die Zukunft die Vernunft siegen wird." Dazu müssten auch verstärkt neue Energiequellen erforscht und auch gezielt eingesetzt werden.
Die vollständige nukleare Abrüstung hat der lutherische Bischof Michael Bünker eingemahnt. "In diesem Bestreben nicht nachzulassen oder müde zu werden schulden wir dem Gedenken der Opfer von Hiroshima und Nagasaki und den Generationen nach uns", so der Bischof.
Nach der Kundgebung auf dem Wiener Stephansplatz zogen die Teilnehmer zum Platz vor der Karlskirche, wo die Veranstaltung abgeschlossen wurde.
(red/KAP)
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