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Ulrich Loth - Maria überreicht dem Karmelit Simon Stock das Skapulier - 1768 - Bavarian State Painting Collections
Wikipedia: Ulrich Loth / Ulrich Loth - Maria überreicht dem Karmelit Simon Stock das Skapulier - 1768 - Bavarian State Painting Collections
17.11.2025
Kirchenlexikon

Was ist ein Skapulier?

Schon einmal von einem Skapulier gehört? Was das ist und was sich hinter diesem Zeichen verbirgt, erklärt Georg Schimmerl.

Symbole und Zeichen gehören von jeher zur christlichen Glaubenspraxis. Einige haben sich im Lauf der Zeit fraglos etabliert. Andere sind im Lauf der Geschichte verschwunden oder wurden auch still und heimlich verdrängt. Manche von ihnen erleben zurzeit ein unerwartetes Come-back. Dazu gehört auch das Skapulier, ein zweiteiliges kleines Stück Stoff, das um den Hals getragen wird. Was aber verbirgt sich hinter diesem Zeichen?

 

Von der Arbeitsschürze zum Segenszeichen

Das Skapulier (scapula = lat. Schulter) ist ursprünglich eine über die Schultern geworfene Arbeitsbekleidung für Mönche, die zur Arbeit auf dem Feld getragen und schließlich in vielen Orden Teil des Ordensgewandes (Benediktiner, Zisterzienser, Kartäuser, Dominikaner, Karmeliten….) wurde. Später erhielt das Skapulier eine geistliche Deutung. Es wurde auf das Wort Jesu bezogen „Nehmt mein Joch auf Euch und lernt von mir“ (Mt 11,29).

 

Seit dem hohen Mittelalter verbreitete sich unter katholischen Laien eine neue Lebensform. In sogenannten „Dritten Orden“ wollte man im gewöhnlichen Alltag nach der Weise der damals entstehenden Bettelorden leben. Die Zugehörigkeit äußerte sich auch in äußeren Zeichen. Im Fall des Karmeliterordens ist dies eine Miniaturausgabe des Skapuliers, die man problemlos und diskret unter der Alltagsbekleidung tragen kann.

 

Das Skapulier: Verpflichtung und Verheißung

Die spirituelle Deutung des Skapuliers geht auf den Karmeliten Simon Stock zurück. Dieser berichtet von einer Vision, in der ihm die Muttergottes dieses Kleidungsstück mit der Zusage ihres Schutzes überreicht habe. Sie verknüpfte das mit der Zusage, dass alle, die dieses Skapulier tragen, sich um die ihrem Stand gemäße Keuschheit mühen und täglich das „kleine Offizium der seligen Jungfrau Maria“ beten (oder auch den Rosenkranz) versöhnt mit Gott sterben werden. Darüber hinaus schließt sie das Versprechen ein, spätestens am Samstag nach dem Todestag aus dem Zustand der Reinigung (Fegefeuer) befreit zu werden Das zuletzt genannte Versprechen, das sogenannte „Samstagsprivileg“ trug zweifellos für die weite Verbreitung des Skapuliers bei, auch wenn es uns Heutigen schwer zugänglich geworden ist.

 

Das Skapulier heute

Das Skapulier war seit der Mitte des 20. Jahrhunderts weitgehend vergessen. Seit gut zwanzig Jahren erfreut es sich auch unter jungen Katholiken wieder wachsender Verbreitung. Besonderen Anteil daran hat Papst Johannes Paul II, der seit seiner Kindheit das Skapulier getragen und tief von der Spiritualität des Karmelitenordens geprägt war. Dieser einzige in Israel entstandene katholische Orden, der sich auf den Propheten Elija bezieht, ist bis heute, durch seine großen Gestalten wie Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz, Therese von Lisieux, Elisabeth von der Dreifaltigkeit, Theresia Benedikta vom Kreuz (Edith Stein), Marie-Eugène Grialou u.v.a. Inspirationsquelle für viele.

 

Wer das Skapulier heute trägt, drückt damit in erster Linie den Wunsch nach einem intensiven, persönlichen Gebetsleben aus. Zugleich bedeutet es eine nicht näher definierte Zugehörigkeit zur Ordensfamilie der Karmeliten, und schließlich ist es eine Art, Maria zu verehren. Diese Neuakzentuierung hat sich auch in der Liturgie niedergeschlagen. Aus dem „Skapulierfest“ am 16. Juli wurde im Zuge der Liturgiereform der „Gedenktag unserer Lieben Frau vom Berge Karmel“, an dem die marianisch geprägte, kontemplative Spiritualität des Ordens im Vordergrund steht.

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