Der Ministrant, der das Weihrauchschiffchen trägt, ist der Navikular. Weihrauch, das getrocknete Harz des in Afrika, Arabien und Indien heimischen Weihrauchbaumes, wird seit dem 4. Jhdt. im christlichen Gottesdienst verwendet.
Davor war Weihrauch, weil es auch Huldigungs-zeichen für die römischen Kaiser war, in der Kirche verpönt. Weihrauch gilt einerseits als der Duft Gottes, soll also die Gegenwart Gottes auch durch die Nase sinnlich anzeigen. Der Rauch steht aber auch für Reinheit, für das Wehen des Heiligen Geistes und das zu Gott aufsteigende Gebet der Gläubigen. Daher werden alle Gegenstände, die zur Gegenwart Christi in der Messe gehören, beweihräuchert („inzensiert“): Brot und Wein, Altar, Evangeliar, Osterkerze usw. – dazu der Priester und die Gläubigen. Dazu hat Weihrauch auch einen ganz praktischen Nutzen: Schon im römischen Reich schwenkte man Weihrauchfässer, damit dem Kaiser und anderen Würdenträgern der Gestank aus den Kanälen nicht in die Nase sticht.
Auch der Botafumeiro, das riesige Weihrauchfass, das in der Kathedrale von Santiago de Compstela von der Decke hängt, dient ebenfalls dazu, den Geruch der vielen Wallfahrer, die die Nacht vor dem Hochamt in der Kirche verbracht haben, zu überlagern.