Das Sprichwort „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ stammt aus dem Alten Testament. Es geht zurück auf den Propheten Hosea, der im 8. Jahrhundert vor Christus in Israel lebte.
Hosea und seine Zeitgenossen litten unter politischen Wirrnissen: Vier israelitische Könige wurden binnen kurzer Zeit ermordet, die politisch Verantwortlichen wechselten ständig ihre Bündnispartner; ausschlaggebend war allein der eigene politische Vorteil, Grundsätze spielten keine Rolle mehr.
Soziale Ungerechtigkeiten und Unruhen waren die Folge. Hosea geißelt dieses Vorgehen. Der Prophet warnt eindringlich vor den Folgen dieser Praxis und schreibt: „Sie säen Wind und werden Sturm ernten“ (Hos 8,7).
Diese klare Absage an jede politische Verantwortungslosigkeit ist auch heute von gleicher Aktualität: Wer nur auf seinen eigenen Vorteil aus ist und mutwillig Streit und Unruhe schürt, der sollte bedenken, dass dies unvorhersehbare Folgen mit sich bringen kann.
Hosea prangert im gleichen Atemzug auch die religiöse Gleichgültigkeit seiner Zeit an. Wer glaubt, ohne Gott und damit ohne feste Grundsätze auskommen zu können, der wird früher oder später auf den Boden der Realität zurückgeholt. Ein solches „windiges“ Handeln hat auf Dauer einfach keinen Bestand.