Der Stützpunkt des Canisibus ist das Chancenhaus in der Grangasse im 15. Bezirk nahe dem Westbahnhof. Dort kochen jeden Abend zwei hauptberufliche Köche gemeinsam mit Freiwilligen die Suppe. Die Qualität und die Reichhaltigkeit der Suppe sei besonders wichtig, erklärt Freiwilligenkoordinator Gabriel Winkelmüller. Gekocht wird vegetarisch (außer zu Weihnachten und Silvester) und mit viel frischem Gemüse. Es gibt immer eine Einlage, die ordentlich satt mache und Brot dazu.
Nach einem kurzen Besuch in der Küche, ging es auch schon los. Vier Stationen wurden angefahren: Bahnhof Wien Meidling, Hauptbahnhof, Karlsplatz und Westbahnhof. Nach einem kurzen Aufbau, bildete sich auch schon eine Schlange. Über die Suppe kommt man ins Gespräch und das ist etwas, das die Menschen, die zum Canisibus kommen sehr schätzen. Ein paar freundliche, ehrlich interessierte Worte. Die Schicksale der Menschen sind vielfältig. Erzbischof Grünwidl nimmt sich für jede und jeden Zeit. Trotz der nicht leichten Lebenssituation wird gemeinsam gelacht, was sichtlich guttut. „Hier mit Menschen zusammenzukommen und zu merken, man kann ihnen mit einer warmen Mahlzeit helfen, ist etwas sehr Schönes,“ so Grünwidl.
Zwei Busse und ein E-Lastenrad fahren auf drei unterschiedlichen Touren jeden Abend insgesamt 10 Stationen in Wien an. Jährlich werden rund 100.000 Teller Suppe verteilt. Dadurch, dass der Canisibus jeden Abend zur gleichen Zeit zu den Stationen kommt, ist er für die Gäste zu einem verlässlichen Fixpunkt geworden. Caritasdirektor Alexander Bodmann schildert: „Die Demografie der Gäste hat sich in den letzten Jahren verändert. Es kommen nicht nur obdach- bzw. wohnungslose Menschen zum Canisibus, sondern auch jene, die noch ein Zuhause haben, sich aber Lebensmittel bzw. warme Mahlzeiten kaum noch leisten können.“