Ein symbolträchtiger Moment in Barcelona verändert die internationale Rangliste der höchsten Kirchenbauten. Mit der Montage des monumentalen Turmkreuzes auf dem „Torre de Jesucristo“ erreicht die Sagrada Família nun 172,5 Meter Höhe und übernimmt damit die weltweite Spitzenposition. Die Vollendung des Gesamtprojekts ist für die 2030er-Jahre vorgesehen. Das von Antoni Gaudí entworfene Bauwerk verdrängt das Ulmer Münster (161,5 Meter) vom ersten Platz – und schiebt die österreichischen Vertreter weiter nach hinten.
Der Stephansdom in Wien liegt mit 136,4 Metern nun auf Rang 9 der höchsten Kirchtürme weltweit, der Mariendom Linz folgt mit 134,69 Metern auf Platz 10. Während Wien die nationale Höhenführung behauptet, bleibt Linz die größte Kirche des Landes: Mit 5.851 Quadratmetern Grundfläche und einem Fassungsvermögen von bis zu 20.000 Personen setzt der neugotische Bau andere Maßstäbe. Historisch galt dabei die klare Vorgabe, dass der Linzer Dom den Wiener Stephansdom nicht überragen sollte – eine Hierarchie, die sich auch in der endgültigen Turmhöhe widerspiegelt.
Hinter Barcelona und Ulm folgen in der internationalen Wertung die Basilika Notre-Dame de la Paix (158 m), der Kölner Dom (157,4 m), die Kathedrale von Rouen (151 m), die St.-Nikolai-Kirche Hamburg (147,3 m), das Straßburger Münster (142 m) sowie die Basilika Unserer Lieben Frau von Lichen (141,5 m). Teilweise wird auch der Petersdom in Rom mit 136,6 Metern genannt; da es sich dort jedoch um eine Kuppel und nicht um einen klassischen Turm handelt, bleibt Österreich in der Kategorie „höchste Kirchtürme“ bei Rang 9 und 10.
National führt weiterhin der Stephansdom vor dem Mariendom. Es folgen die Herz-Jesu-Kirche Graz (109,6 m), die Votivkirche (99 m), die Donaufelder Kirche (96 m), der Stadtpfarrturm Villach von St. Jakob (94 m), die Stadtpfarrkirche St. Egid (91,7 m), die Basilika Mariazell (90 m), die Stadtpfarrkirche Stockerau (88 m) und die Stadtpfarrkirche Rottenmann (87,6 m). Knapp dahinter liegt die Stadtpfarrkirche St. Stephan Braunau mit 87 Metern.