Montag 23. März 2026

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EDW/GS
22.03.2026

Kardinal Schönborn bei Amtseinführung von Bischof Milan Lach SJ in Bratislava

Die griechisch katholischen Eparchie von Bratislava hat seit heute einen neuen Bischof.  Kirchenoberhaupt Jonas Maxim führte Milan Lach SJ ins Amt ein führt ein  – Wiener Kardinal würdigt Jesuiten mit persönlichen Worten und geistlichem Zuspruch

Mit einer feierlichen Liturgie ist Milan Lach SJ am Samstag als neuer Eparch von Bratislava in sein Amt eingeführt worden. Kardinal Christoph Schönborn würdigte ihn dabei mit persönlichen Worten: „Das Wichtigste ist, dass du die Priester liebst und dass du die Menschen liebst. Und das tust du.“

 

Die Bischofsliturgie fand in der griechisch-katholischen Kathedrale der Kreuzerhöhung in Bratislava statt. Wegen des großen Andrangs war der Zutritt nur mit Einladung möglich; für weitere Gläubige wurden im Außenbereich Großbildschirme und Sitzplätze bereitgestellt. Mehrere slowakische TV-Kanäle übertrugen die Feier live.

Schönborn, der als Ordinarius für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen in Österreich teilnahm, griff in seiner Ansprache auch die jesuitische Prägung des neuen Bischofs auf. „Als Dominikaner muss ich auch ein Wort zum Jesuiten sagen“, meinte er mit einem Augenzwinkern. Dann erinnerte er an die Kapelle von La Storta bei Rom, wo Ignatius von Loyola der Überlieferung zufolge eine Vision hatte: Gott habe zu seinem Sohn gesagt: „Nimm Inigo in deine Gemeinschaft auf.“ Daran anknüpfend sagte Schönborn, er wünsche Lach von Herzen, „dass du mit Jesus das Kreuz trägst. Dass du mit Jesus die Armen liebst. Dass du mit Jesus barmherzig bistubd:  Bewahre dir deinen Humor!“

 

Lach ist der zweite Bischof in der Geschichte der 2008 errichteten griechisch-katholischen Eparchie Bratislava. Der Heilige Stuhl hatte seine Ernennung am 6. März 2026 bekanntgegeben und zugleich den altersbedingten Rücktritt seines Vorgängers Peter Rusnák angenommen.

 

An der Amtseinführung nahmen neben Schönborn auch dessen Generalvikar, Erzpriester Yuriy Kolasa, sowie zahlreiche römisch-katholische und griechisch-katholische Bischöfe aus der Slowakei und aus dem Ausland teil, darunter Vertreter aus Tschechien und Mähren, Ungarn, Rumänien, Serbien, der Ukraine und Großbritannien. Auch Ordensobere, Vertreter anderer christlicher Kirchen, Delegierte der Ökumene und Repräsentanten des öffentlichen Lebens waren anwesend.

 

Die Eparchie hatte die Feier seit Tagen vorbereitet und als historischen Moment für die Ortskirche hervorgehoben. Die Pfarren waren eingeladen, sich durch Priester und Vertreter der Pfarrgemeinderäte zu beteiligen. Damit sollte sichtbar werden, dass der Amtsantritt des neuen Bischofs nicht nur ein formaler Akt, sondern ein Fest der ganzen Kirche in der Slowakei ist.

 

Der 52-jährige Milan Lach wurde am 18. November 1973 in Kežmarok in der Ostslowakei geboren. 1995 trat er in den Jesuitenorden ein, 2001 wurde er in Košice zum Priester geweiht. Nach Studien am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom, wo er sich auf Ostkirchenkund spezialisierte und promovierte, ernannte ihn Papst Franziskus 2013 zum Weihbischof der Erzeparchie Prešov.

 

Von 2018 bis 2023 wirkte Lach als Bischof der ruthenischen griechisch-katholischen Eparchie Parma in den Vereinigten Staaten. Nach seiner Rückkehr in die Slowakei wurde er 2023 Weihbischof in Bratislava und übernahm zugleich Verantwortung für slowakisch-griechisch-katholische Gemeinden in der Diaspora. Zudem nahm er als Vertreter seiner Kirche an beiden Sessionen der Synode zur Synodalität 2023 und 2024 teil.

 

Die griechisch-katholische Kirche in der Slowakei gehört zur katholischen Kirche byzantinischen Ritus. Seit der Neuordnung von 2008 besteht ihre eigene innere Gliederung mit der Metropolie Prešov sowie den Eparchien Košice und Bratislava. Sie zählt rund 220.000 Gläubige, die Mehrzahl lebt im Osten des Landes. Die Eparchie Bratislava umfasst die West- und Mittelslowakei.