Es war die erste Priesterweihe von Erzbischof Josef Grünwidl. Er sprang für den verhinderten Kardinal Christoph Schönborn ein. An der Zeremonie nahmen neben P. Christophe Holzer OP, dem Provinzvikar der Dominikanerprovinz des Hl. Albert in Deutschland und Österreich, sowie Sr. Franziska Madl OP, Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz, auch etliche Besucher, Mitbrüder und -schwestern, Freunde und Verwandte aus dem In- und Ausland teil.
Sie alle wollten den 28-Jährigen, der seit Herbst 2025 zum Freiburger Dominikanerkonvent St. Martin gehört, bei diesem bedeutenden Schritt auf seinem Berufungsweg begleiten. Für die Priesterweihe – die erste katholische Priesterweihe in Österreich in diesem Jahr – kehrte fr. Dominicus an einen für ihn sehr vertrauten Ort zurück: Hier in der Dominikanerkirche S. Maria Rotunda hatte er erst im Vorjahr seine Feierliche Profess abgelegt und hier wurde er zum Diakon geweiht.
In seiner Predigt betonte Hauptzelebrant und Weihespender Josef Grünwidl mit Blick auf den Weihekandidaten gleich zu Beginn: „Du übernimmst heute einen Dienst. Es ist ein Dienstamt, das Priester in der Kirche ausüben. Es ist ein Dienst für Gott und für die Menschen.“
Für diesen priesterlichen Dienst gab der Erzbischof dem Neupriester anschließend zwei Wegweiser mit, die er in der Predigt näher ausführte. Hierbei ging der Erzbischof zunächst auf die Verkündigung des Evangeliums ein und rief fr. Dominicus auf: „Bleib dein Leben lang ein Hörer des Wortes, denn nur dann kannst du auch ein Verkünder des Wortes und als Priester ein Zeuge des Evangeliums sein.“
Als zweiten Wegweiser für fr. Dominicus´ zukünftigen Dienst als Priester formulierte Erzbischof Grünwidl: „Im Dienst an den Sakramenten besteht die zweite, ganz besondere Sendung des Priesters. Als Priester bist du gerufen, mit der Stimme Christi, sogar mit dem ,ICH´ Christi, zu sprechen.“ Zum Beispiel, wenn er in der Beichte die Absolution erteile. Es verstehe sich von selbst, dass das Leben des Priesters immer neu am Leben des Herrn, am ,ICH´ Christi Maß nehmen müsse. Dabei spiele die Verehrung der Eucharistie eine wichtige Rolle. „Die Eucharistie soll Quelle und Ziel deines Ordenslebens, deines priesterlichen Dienstes und deines pastoralen Wirkens sein“, so der Erzbischof.
Auf dem einen Wegweiser steht: Stelle dein Leben unter das Wort Gottes und brenne für das Evangelium. Und der zweite Wegweiser ermahnt dich: Schöpfe täglich aus der Quelle der Eucharistie und diene den Menschen in Liebe.
Erzbischof Josef Grünwidl
Die Feier der ersten Heiligen Messe mit dem Neupriester Pater Dominicus Maria Armbruster OP fand gleich am nächsten Tag in der – erneut voll besetzten – Dominikanerkirche S. Maria Rotunda statt. Die Predigt hielt Pater Justinus Grebowicz OP, Mitbruder aus dem Dominikanerkloster St. Paulus in Berlin und Provinzpromotor für die Pastoral der geistlichen Berufe. Im Anschluss an die Messe spendete der Neupriester P. Dominicus den Einzel-Primiz-Segen.
Als Priester kehrt der junge Predigerbruder, wie sich die Dominikaner auch nennen, nun nach Freiburg i.Br./D zurück, um dort das Pastoralpraktikum (mit begleitenden Einheiten am Pastoraltheologischen Institut der Pallottiner in Friedberg/D.) fortzuführen.

Frater Dominicus M. Armbruster, 1997 in Donaueschingen/D geboren, beschloss nach einem Berufungserlebnis, Theologie zu studieren. Drei Jahre verbrachte er dazu in Heiligenkreuz sowie Assisi. Mit 22 Jahren trat er in den Dominikanerorden ein und kam 2021 aus dem damaligen Noviziatskonvent von Worms nach Wien ins Dominikanerkloster S. Maria Rotunda. Hier lebte fr. Dominicus im Studienhaus der Ordensprovinz und absolvierte ein Theologiestudium an der Universität (mit Magister-Abschluss 2025). Daneben baute der medienaffine Dominikaner auf Instagram und TikTok seine Kanäle „gottundso“ mit kurzweiligen Videos zu Gott und zum katholischen Glauben immer weiter aus.
Nach der Diakonweihe (30. August 2025) wurde er zum Dominikanerkonvent St. Martin in Freiburg (Breisgau, D) entsandt, wo er seitdem sein Pastoralpraktikum in verschiedenen seelsorglichen Bereichen absolviert.