Über nahezu drei Jahrhunderte hinweg prägte die Kongregation der Regularkleriker des heiligen Paulus – besser bekannt als Barnabiten – das kirchliche Leben in Wien und Niederösterreich. Ihr Wirken war eng verbunden mit der Michaelerkirche, die zu einem geistlichen und kulturellen Zentrum wurde. Neben der Seelsorge widmeten sich die Ordensleute auch Bildung, Predigt und einer intensiven Bautätigkeit, die bis heute das Stadtbild mitprägt.
Ein einschneidender Wendepunkt erfolgte im Jahr 1923: Die Barnabiten übergaben ihre Niederlassungen und pastoralen Aufgaben an die Gesellschaft des Göttlichen Heilandes, die Salvatorianer. Diese junge Ordensgemeinschaft, gegründet von Franziskus Maria vom Kreuze Jordan, führte die seelsorgliche Arbeit im Sinne ihrer Vorgänger fort.
Bis heute verstehen sich die Salvatorianer als Bewahrer dieses reichen geistlichen Erbes. Sie setzen die Tradition der Verkündigung, Liturgie und pastoralen Begleitung fort und halten die Erinnerung an die Barnabiten lebendig.
Anlässlich des 400-jährigen Jubiläums laden die Salvatorianer gemeinsam mit Vertretern der Barnabiten zu mehreren Veranstaltungen ein:
Samstag, 13. Juni 2026
10:00 Uhr: Führung „Auf den Spuren der Barnabiten“ durch die Michaelerkirche und das ehemalige Kolleggebäude
14:00 Uhr: Buchpräsentation in der Barnabiten-Bibliothek (Habsburgergasse 12)
Das Buch beleuchtet zentrale Aspekte der gemeinsamen Geschichte. Beiträge stammen unter anderem von:
Richard Bösel über die Bautätigkeit der Barnabiten
Peter van Meijl zur Übernahme der Häuser im Jahr 1923
Günther Buchinger über die künstlerische Gestaltung von St. Michael
Sonntag, 14. Juni 2026
10:00 Uhr: Festlicher Dankgottesdienst in der Michaelerkirche
Dieser wird von den Salvatorianern gemeinsam mit einer Delegation der Barnabiten gefeiert. Die musikalische Gestaltung übernimmt Manuel Schuen mit Orgelwerken aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Im Anschluss sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich zur Agape ins Sommerrefektorium eingeladen.
Das Jubiläum ist nicht nur ein Anlass zur Rückschau, sondern auch ein Blick nach vorne. Die vierhundertjährige Geschichte zeigt, wie lebendig und wandlungsfähig kirchliche Seelsorge sein kann – getragen von unterschiedlichen Gemeinschaften, aber vereint im gemeinsamen Auftrag. Die Salvatorianer führen dieses Werk heute fort – in der Tradition der Barnabiten und zugleich mit einem offenen Blick für die Herausforderungen der Gegenwart.