Mit der Produktion „Plötzlich: Mensch“ wird das Weinviertelfestival Niederösterreich 2026 am 6. Mai in Korneuburg eröffnet. Die offizielle Festivaleröffnung um 18.30 Uhr ist geladenen Gästen vorbehalten und bildet den festlichen Rahmen für den Auftakt. Die anschließende Premiere der Performance markiert den ersten künstlerischen Höhepunkt des Festivals.
Im Zentrum der Produktion steht die Frage nach dem, was uns als Menschen heute fehlt. Ausgangspunkt ist das diesjährige Festivalthema „Was geht ab“. Die Performance nähert sich dieser Fragestellung über grundlegende menschliche Emotionen wie Freude, Wut, Trauer, Hoffnung, Angst und Liebe. Diese werden nicht narrativ erzählt, sondern durch körperliche Ausdrucksformen sichtbar und erfahrbar gemacht. Artistik, Tanz und Objektmanipulation dienen dabei als Mittel, um innere Zustände in eine klare, reduzierte Bildsprache zu übersetzen.
Gleichzeitig eröffnet die Inszenierung eine inhaltliche Ebene, die über das rein Emotionale hinausgeht. Der Bezug zum biblischen Schöpfungsmythos, insbesondere zum sechsten Tag, an dem der Mensch erschaffen wird, dient als gedanklicher Anker. Der Mensch erscheint darin als Gegenüber zur Natur und zu anderen Menschen. Diese Perspektive wird aufgegriffen und in einen zeitgenössischen Kontext übertragen. Spiritualität wird dabei nicht als religiöse Lehre verstanden, sondern als Erfahrungsraum, der sich im Wahrnehmen, im Fühlen und im Erleben von Beziehung entfaltet.
Die künstlerische Umsetzung liegt bei Alma Gall, Clara Zeiszl, Lisa Hochrainer und Rosa Dreher, die aus dem Bereich des zeitgenössischen Zirkus kommen und unterschiedliche performative Ansätze verbinden. Ihre Arbeit zeichnet sich durch eine Konzentration auf Körperlichkeit, Präsenz und atmosphärische Dichte aus.
Die musikalische Gestaltung entsteht im Spannungsfeld zwischen sakraler Tradition und zeitgenössischer Klangkunst. Manuel Fröschl bringt die klangliche Dimension der Orgel ein, während Gilbert Handler mit elektronischen und performativen Elementen arbeitet. Daraus entwickelt sich ein vielschichtiger Klangraum, der die visuelle Ebene ergänzt und vertieft.„Plötzlich: Mensch“ versteht sich als künstlerischer Beitrag, der nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden soll. Die Produktion setzt damit ein programmatisches Signal für das Festival und unterstreicht dessen Anspruch, gesellschaftliche und existenzielle Themen mit zeitgenössischen künstlerischen Mitteln zu verhandeln.
Tickets und Zählkartenreservierungen für alle Vorstellungen sind online erhältlich unter
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