Die Kolping-Einrichtungen seien ein wichtiges Zeichen für das Miteinander in Österreich: Erzbischof Josef Grünwidl würdigte bei seinem Besuch im Kolpinghaus in Wien-Favoriten das Konzept der Häuser "Gemeinsam leben", in dem Menschen verschiedener Generationen unter einem Dach wohnen. "Die Arbeit hier zeigt, es funktioniert, dass sich jüngere Menschen für ältere einsetzen und umgekehrt, damit alle gut leben können", sagte Grünwidl bei einer Segnungsfeier mit den Bewohnerinnen, Bewohnern und Mitarbeitenden des Hauses am Mittwoch.
Beim Gottesdienst erinnerte er auch an den Auftrag des Gründers des Kolpingwerkes, des Kölner Priesters und Sozialreformers Adolph Kolping (1813-1865), den er zitierte: "Was man im Großen nicht kann, soll man im Kleinen nicht unversucht lassen." Grünwidl ermutigte die Anwesenden im Alltag nicht auf das scheinbar Unmögliche zu blicken, sondern auf das, was jede und jeder konkret an Gutem verwirklichen könne: Ein freundliches Wort, ein Lächeln oder Gesten der Hilfsbereitschaft könnten viel bewirken und ein Haus wie das Kolpinghaus "Gemeinsam leben" zu einem Ort machen, an dem Gemeinschaft und Hoffnung erfahrbar werden.
Seit 2003 leben im Haus in Wien-Favoriten 215 ältere Menschen in der Langzeit- und Kurzzeitpflege oder im Betreuten Wohnen. Ebenso haben dort 18 Familien mit rund 30 Kindern ihr Zuhause. Junge Erwachsene sammeln in Wien-Favoriten im gemeinnützigen Projekt "chance2work" Berufserfahrungen, und auch Teilnehmende des Freiwilligen Sozialen Jahres engagieren sich im Haus. Weiters sind eine Mutter-Kind-Einrichtung sowie ein Pflege-Wohnbereich im Haus untergebracht.
Kolping-Präsidentin Christine Leopold hob das Anliegen des Verbands hervor, die "Nöte der Zeit" zu erkennen und an deren Lösung mitzuarbeiten. Bundespräses Gerald Gump sowie Bundessekretär Wolfgang Engelmaier stellten die geplanten Aktivitäten zum Jubiläum "175 Jahre Kolping in Österreich" vor, das 2027 gefeiert wird, etwa ein festlicher Gottesdienst am 16. Oktober im Wiener Stephansdom mit Erzbischof Grünwidl als Hauptzelebrant.