Donnerstag 23. April 2026

Schnellsuche auf der Website

prooriente
23.04.2026

"Pro Oriente" will Friedens- und Versöhnungsinitiativen vernetzen

In Buch vorgestellte Projekte der Dialog- und Versöhnungsarbeit in Europa und Nahost sollen "Wunden heilen" und eine "humanere Welt" fördern

Die Stiftung Pro Oriente will Initiativen für Frieden und Versöhnung stärker sichtbar machen und international vernetzen. Anlass dafür ist die Veröffentlichung des Buches "Healing Memories amidst a Broken World", das am vergangenen Wochenende im Wiener Michaelerkloster präsentiert wurde. Mit der Buchvorstellung startete eine internationale Konsultation zum Thema "Frauen als Friedensstifterinnen", zu der Vertreterinnen aus verschiedenen Ländern nach Wien gekommen waren.

Die Publikation bündelt rund 30 Beiträge aus dem Projekt "Healing of Wounded Memories", das seit 2023 Dialog- und Versöhnungsarbeit in Europa und dem Nahen Osten fördert. Mit dem Band sei eine erste Projektphase abgeschlossen, gleichzeitig werde die Arbeit weitergeführt, hieß es.

Pro-Oriente-Präsident Clemens Koja betonte die Relevanz des Projekts in einer von Konflikten geprägten Zeit. Die im Buch versammelten Stimmen aus unterschiedlichen christlichen Traditionen würden dazu beitragen, "Wunden zu heilen" und eine "humanere Welt" zu fördern. Zugleich handle es sich um Perspektiven, die im Umfeld von Krieg und Polarisierung oft zu wenig Gehör fänden.

Herausgegeben wurde der Band von der Theologin Regina Elsner und der Programmdirektorin von Pro Oriente, Viola Raheb. Mehr als 200 Fachleute aus verschiedenen Disziplinen hätten an dem Gesamtprojekt mitgewirkt, dessen Ergebnisse im Buch exemplarisch dargestellt würden. Die Beiträge reichen von theologischen Grundlagen über regionale Erfahrungen bis hin zu Perspektiven für die Zukunft ökumenischer Beziehungen.

Im Rahmen der Präsentation hoben mehrere Autorinnen die Bedeutung von Dialog und persönlicher Begegnung hervor. Versöhnung könne nur gelingen, wenn Betroffene nicht in Opferrollen verharren, sondern aktiv Verantwortung übernehmen, wurde betont.

Die anschließende Konsultation widmet sich insbesondere der Rolle von Frauen in Friedensprozessen. Ziel sei es, bestehende Netzwerke zu stärken und neue Räume für Austausch und Zusammenarbeit zu schaffen. Damit soll das Projekt "Healing of Wounded Memories" inhaltlich weiterentwickelt und langfristig verankert werden.