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Gutenbrunner/kathpress
24.04.2026

Schönborn am Samstag bei Amtseinführung des neuen Prager Erzbischofs

54-jähriger Stanislav Pribyl übernimmt bei Festgottesdienst im Veitsdom offiziell die Leitung der tschechischen Hauptstadt-Diözese. Etliche Hochrangige Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft zu kirchlichem Großereignis erwartet - Auch Präsident Pavel spricht Grußwort.

Mit einem Festgottesdienst im Veitsdom empfängt die Erzdiözese Prag am Samstag ihren neuen Erzbischof Stanislav Pribyl. Papst Leo XIV. hatte den 54-jährigen bisherigen Bischof von Leitmeritz (Litomerice) und früheren Bischofskonferenz-Generalsekretär im Februar zum Nachfolger von Jan Graubner (77) an der Spitze der tschechischen Hauptstadt-Diözese ernannt. An der feierlichen Amtseinführung wird auch der Wiener Kardinal Christoph Schönborn teilnehmen und ein Grußwort sprechen. Pribyl bezeichnete den emeritierten Wiener Erzbischof in der Vergangenheit als Vorbild für eine bischöfliche Amtsführung, die auf Ausgleich und Dialog setzt. Vor zwei Jahren hatte Schönborn bei der damaligen Bischofsweihe Pribyls in Leitmeritz die Festpredigt gehalten.


Im Veitsdom werden neben tausenden Gläubigen am Samstag auch rund 800 Gäste aus dem In- und Ausland erwartet, darunter etliche hochrangige Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft. Am Ende der Amtseinführung des neuen Primas von Böhmen wird auch der tschechische Staatspräsident Petr Pavel ein Grußwort sprechen.

Neben den Bischöfen aus Tschechien und mehreren Nachbarländern reisen u.a. Kirchenvertreter aus Indien, Uganda und Belarus an, teilte die Erzdiözese Prag mit. Von dem kirchlichen Großereignis geht auch ein starkes ökumenisches und interreligiöses Zeichen aus. Auch Vertreter anderer christlicher Kirchen nehmen an der Feier im Veitsdom teil, ebenso der Rabbiner David Maxa, der einen Segen für den neuen katholischen Erzbischof sprechen wird.

Ordensmann und leidenschaftlicher Organist

Die Kathedrale auf der Prager Burg öffnet bereits am Vormittag auch für die Öffentlichkeit. Für Besucher ohne Platz im Dom wird die Messe auf Großbildleinwänden in nahegelegenen Kirchen übertragen und zudem live im Fernsehen ausgestrahlt. Zum Abschluss der Amtseinführung soll auf der Orgel das Werk "Präludium und Fuge Es-Dur" von Johann Sebastian Bach erklingen. Pribyl ist selbst leidenschaftlicher Organist - eine Parallele zum Wiener Erzbischof Josef Grünwidl - und Bach zählt zu seinen bevorzugten Komponisten. Zugleich dient das Stück als musikalischer Ausblick auf die neue Orgel des Veitsdoms, die im Juni erstmals offiziell erklingen soll.

Der 54-jährige Stanislav Pribyl ist der 38. Erzbischof von Prag und 26. Primas von Böhmen. Er wurde 1996 zum Priester geweiht und ist Mitglied des Redemptoristen-Ordens, dessen Provinzial er von 2002 bis 2011 war. Von 2004 bis 2008 war Pribyl Caritaspräsident der Erzdiözese Prag. Neben Doktortiteln in Theologie und Kunstgeschichte hat der Geistliche auch einen Master-Abschluss in Ökonomie und Management.

2009 kehrte Pribyl als Generalvikar in seine nordböhmische Heimatdiözese Litomerice zurück. Ab 2016 war er Generalsekretär der Tschechischen Bischofskonferenz, bevor ihn ernannte Papst Franziskus (2013-2025) Ende 2023 zum neuen Diözesanbischof von Litomerice ernannte. Die Bischofsweihe fand am 2. März 2024 statt. Seit April 2025 ist Pribyl auch stellvertretender Bischofskonferenz-Vorsitzender.

Pribyl vorerst auch Diözesanadministrator in Litomerice

Das Diözesangebiet der Erzdiözese Prag umfasst den Zentralraum um die tschechische Hauptstadt, wo nach kirchlichen Angaben rund 580.000 Katholiken unter den 2,4 Millionen Einwohnern leben. In seiner bisherigen Diözese Leitmeritz fand dieser Tage ein Gottesdienst zum Abschied Pribyls als Diözesanbischof statt. Seiner Heimatdiözese bleibt Pribyl aber vorerst auch als Übergangs-Administrator bis zur Ernennung eines neuen Bischofs erhalten.