Montag 27. April 2026

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Pummerin 1952
Archiv Dompfarre Wien / Pummerin 1952
27.04.2026

Landau: Erinnerung an Wiederaufbau des "Steffl" als Symbol der Hoffnung

Caritas Europa-Präsident erinnerte an die Wiedereröffnung am 26. April 1952 nach Dombrand: "Wir können Krise, auch als Gesellschaft; das haben wir oft und oft bewiesen". 

Vor exakt 74 Jahren - am 26. April 1952 - wurde der Wiener Stephansdom nach dem verheerenden Dombrand in den letzten Kriegstagen und einem siebenjährigen Wiederaufbau mit der Überführung der Pummerin in den Dom wiedereröffnet. An dieses denkwürdige Datum erinnerte der Caritas Europa-Präsident Michael Landau bei einem Gottesdienst am Sonntag, 26. April 2026, im Dom.

 

Das Datum habe bis heute eine weit über die bloße Wiedererrichtung hinausweisende Symbolkraft, betonte Landau: "Dieser Dom ist nicht nur ein Haus des Gebets (...); der 'Steffl' ist auch ein Wahrzeichen und Symbol des Zusammenhalts in Österreich und so etwas wie ein ur-österreichisches Nationalheiligtum mit einer wichtigen Botschaft bis zum heutigen Tag: der Botschaft von Zusammenhalt und Zuversicht."


Aus der Erinnerung an die Wiedereröffnung könne man außerdem für heute lernen, wie man mit Krisen umgeht. So lehre der Blick zurück: "Wir können Krise, auch als Gesellschaft; das haben wir oft und oft bewiesen. Österreich war damals, beim Wiederaufbau, deutlich ärmer, als wir es heute sind. Wir können auch schwierige Zeiten meistern". Wichtig sei, zusammenzustehen, anzupacken, das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen und Zuversicht wie Zusammenhalt zu stärken, mahnte Landau.


Erinnerung an "Menschenpflichten"

Um diese Kraft aufzubringen, die es auch angesichts aktueller Krisen dringend brauche, brauche es eine "neue Mündigkeit von uns Bürgerinnen und Bürgern". So regte Landau an, neben der Betonung der Menschenrechte auch neu über so etwas wie "Menschenpflichten" nachzudenken: "Wie ist es um die Balance von Eigenverantwortung und Verantwortung füreinander bestellt? Das spricht nicht gegen einen vernünftigen Sozialstaat - im Gegenteil, strukturelle Solidarität ist ein hoher Wert, auch alles, was die Chancengerechtigkeit befördert." Der Staat sei schließlich nicht für das persönliche Glück verantwortlich, sondern dafür, den Rahmen für die Entwicklung eines gesunden Gemeinwesens zu bieten.


Landau abschließend: "Wofür ich werben möchte ist, dass wir für das Gelingen von Gesellschaft - im Großen wie im Kleinen - Verantwortung tragen: für uns selbst und für andere. Jede und jeder Einzelne von uns. Ich bin überzeugt: Diese Verantwortung wiegt nicht schwer. Im Gegenteil: Sie stärkt, führt in die Freiheit und trägt zu einem gelingenden Leben ganz wesentlich bei."