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Verein Freunde Franz Weiss
06.05.2026

Maiandachten im Stephansdom: Feierliche Marienverehrung mit besonderen Gottesdiensten im Mai

Im Marienmonat Mai pflegt der Stephansdom eine jahrhundertealte Tradition besonderer Andachten zu Ehren der Gottesmutter. Feierliche Liturgien, prominente Geistliche und musikalische Gestaltung prägen die diesjährigen Maiandachten.

Der Monat Mai ist in der katholischen Tradition seit Jahrhunderten der besonderen Verehrung der Gottesmutter Maria gewidmet. Ausgehend von vorchristlichen Symbolen für Blüte, Fruchtbarkeit und neues Leben entwickelte sich im Mittelalter die Marienverehrung des „Marienmonats“. Seit dem 18. Jahrhundert gehören tägliche Maiandachten vielerorts zum festen Bestandteil kirchlichen Lebens.

Auch im Stephansdom wird diese Tradition gepflegt. Täglich finden dort  um 17.00 Uhr Maiandachten statt, an mehreren Tagen gestaltet von bekannten Geistlichen und musikalisch besonders begleitet.

 

Zu den kommenden Höhepunkten zählt die Maiandacht am 7. Mai mit Christoph Kardinal Schönborn. Am 13. Mai, dem Fatima-Tag, steht Stephan Turnovszky der feierlichen Fatima-Andacht vor. Die Feier beginnt beim Gnadenbild Maria Pocs im Stephansdom, das heuer sein 350-jähriges Bestehen begeht. Anschließend folgt eine Lichterprozession durch den Dom sowie eine Marienmesse am Hauptaltar. Am 21. Mai leitet Hochmeister Generalabt Frank Bayard die Andacht. Besonders auf Ehepaare und Verlobte ausgerichtet ist die Feier am Pfingstmontag, 25. Mai: Dabei spendet Weihbischof Franz Scharl einen besonderen Segen für Ehepaare, einzelne Ehepartner und Verlobte.

 

Den feierlichen Abschluss der diesjährigen Maiandachten gestaltet am 30. Mai der emeritierte Salzburger Erzabt Korbinian Birnbacher. Musikalisch stehen dabei geistliche Soloarien von Franz Schubert für Sopran und Orchester auf dem Programm.

 

Bereits Anfang Mai fand zudem die traditionelle Marienfeier mit Abt Maximilian Heim vom Stift Heiligenkreuz statt. Anlässlich des 1.400-Jahr-Jubiläums des Stifts wurden dabei Teile des Hymnos Akathistos in die Liturgie eingebunden.

 

Warum ist der Mai der Gottesmutter Maria gewidmet?

 

Die Tradition der Maiandachten entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg aus unterschiedlichen religiösen und kulturellen Strömungen. Bereits im Mittelalter wurde Maria im Monat Mai verehrt, allerdings noch nicht in Form täglicher Andachten. Vermutlich wollte die Kirche mit dieser Prägung , ältere heidnische Frühlings- und Maibräuche christlich neu prägen.

 

Seit der Barockzeit gewann der Mai zunehmend Bedeutung als besonderer Marienmonat, wobei das Bild des Frühlings, der Blüte und des neuen Lebens symbolisch auf Maria übertragen wurde. Aus ursprünglich wetter- und erntebezogenen Bittgebeten entstanden im 18. Jahrhundert schließlich eigenständige marianische Maiandachten. Ihren Ursprung in der heutigen Form haben sie im italienischen Ferrara, wo 1784 erstmals den ganzen Monat hindurch öffentliche Marienandachten gefeiert wurden. Von Italien aus verbreitete sich diese Frömmigkeitsform rasch über ganz Europa und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einer der populärsten katholischen Andachtstraditionen. Der Bezug zum Frühling drückt sich besonders auch auf der Südhalbkugel aus. Dort fällt der Frühling bekanntlic mit unserem Herst zusammen - der Marienmonat ist dort deshalb v.a. der Oktober,- bei uns als der Rosenkranzmonat bekannt..