Mittwoch 13. Mai 2026

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Erika-Mitterer-Gesellschaft
13.05.2026

Erika Mitterer zum 120. Geburtstag: Veranstaltung in Wien über Humanismus, Frieden und Verantwortung

Die Erika-Mitterer-Gesellschaft erinnert in Wien an die große österreichische Autorin Erika Mitterer. Im Mittelpunkt stehen christlicher Humanismus, Frieden und die Frage nach gesellschaftlicher Verantwortung in unserer Zeit.

120 Jahre nach der Geburt von Erika Mitterer gewinnt ihr Werk neue Aktualität. Die österreichische Schriftstellerin, die als „innere Emigrantin“ während der NS-Zeit galt, setzte sich in ihren Texten früh mit Gewalt, Schuld, Verantwortung und Menschlichkeit auseinander. Ihre Literatur war nie laut, aber stets klar in ihrer Haltung – getragen von einem tiefen humanistischen Verständnis und dem Mut, sich einzumischen.

 

Erika Mitterer, 1906 geboren und 2001 in Wien verstorben, war Epikerin, Lyrikerin und Dramatikerin. In ihrem umfangreichen Werk setzte sie sich intensiv mit den Phänomenen des 20. Jahrhunderts auseinander – mit den Entwicklungen, Bedrohungen und Irrwegen ihrer Zeit. Dabei schrieb sie nicht als distanzierte Beobachterin oder moralische Anklägerin, sondern als Mitbetroffene, Suchende und Hineinverstrickte. Ihre Texte erzählen auch vom Ringen, vom Zweifel und vom persönlichen Scheitern an den Herausforderungen ihrer Epoche. Auf ihre Weise übernahm sie Verantwortung, bezog Stellung und blieb dabei oft Außenseiterin. Kraft und Zuversicht schöpfte sie aus ihrem christlichen Glauben. Gerade dadurch wirkt ihr Werk bis heute eindringlich und aktuell – als literarische Suche nach Wahrheit, Sinn und Menschlichkeit.

 

Anlässlich ihres 120. Geburtstags lädt die Erika-Mitterer-Gesellschaft zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Wo aber ist Kain? – Zur Aktualität eines christlichen Humanismus“ nach Wien ein. Der Abend möchte nicht nur an das literarische Werk Mitterers erinnern, sondern auch die Frage stellen, welche Bedeutung ihre Gedanken heute in einer von Kriegen, Polarisierung und gesellschaftlichen Spannungen geprägten Zeit haben.

 

Die Veranstaltung findet am Samstag, 16. Mai, von 16 bis 19 Uhr im Stephanisaal am Stephansplatz 3 in Wien statt.

Den Auftakt bildet ein Impulsreferat des Kulturhistorikers und Publizisten Manfred Osten. Osten war viele Jahre im Auswärtigen Dienst tätig und leitete von 1995 bis 2004 die Alexander von Humboldt-Stiftung. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Arbeiten zu Goethe, europäischer Kulturgeschichte und gesellschaftlichen Entwicklungen der Gegenwart.

 

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutieren der evangelische Superintendent Robert Jonischkeit sowie die Friedensarbeiterin Maria Biedrawa über Frieden, Verantwortung und die Rolle humanistischer Werte in Krisenzeiten. Maria Biedrawa begleitet seit vielen Jahren Friedensprozesse in Afrika und engagiert sich international für Versöhnungsarbeit.

 

Die Veranstalter möchten dazu ermutigen, Erika Mitterer neu zu entdecken – als Autorin, deren Texte weit über ihre Zeit hinausweisen. Ihr Werk spricht auch kommende Generationen an: mutig, poetisch und stets getragen von der Frage, wie Menschen in schwierigen Zeiten Haltung bewahren können.

 

Weitere Informationen finden sich unter
www.erika-mitterer.org

Anmeldung und Kontakt:
Christoph Gstaltmeyr
Erika-Mitterer-Gesellschaft
gstaltmeyr@erika-mitterer.org