Der Eurovision Song Contest 2026 macht Wien erneut zum Treffpunkt für Menschen aus ganz Europa. Neben Musik, Kultur und internationalem Austausch rückt heuer auch das Thema Zusammenleben der Religionen in den Mittelpunkt. Im ESC Village am Wiener Rathausplatz wurde dazu ein interreligiöser Pavillon eröffnet, der Besucher:innen Raum für Begegnung, Gespräche und gemeinsames Erleben bietet. Unter dem Motto „United in Humanity – Connected by Music“ treffen hier Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Glaubensrichtungen aufeinander. Ziel der Initiative ist es, den Dialog zwischen Religionen sichtbar zu machen und ein Zeichen für Offenheit, Respekt und friedliches Zusammenleben zu setzen. Initiiert wurde das Projekt vom Pastoralamt der Erzdiözese Wien gemeinsam mit der Initiative „Denk Dich Neu“ und der Stadt Wien. Unterstützt wird die Umsetzung vom Fachbereich „Kirche im Dialog“, der seit vielen Jahren interreligiöse Projekte in Wien begleitet. „Wir arbeiten seit Jahren vertrauensvoll zusammen. Genau diese Erfahrung möchten wir sichtbar machen“, sagt Elisabeth Palugyay. Der Eurovision Song Contest stehe wie kaum eine andere Veranstaltung für Vielfalt und Verbindung über Grenzen hinweg. Diesen Gedanken wolle man auch im persönlichen Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen erlebbar machen. Am Pavillon beteiligt sind Vertreter:innen aus Buddhismus, Judentum, Bahá’í, Sikhismus, Islam sowie verschiedenen christlichen Kirchen. Trotz unterschiedlicher religiöser Traditionen verbindet sie die gemeinsame Haltung, dass gegenseitiger Respekt und Zusammenarbeit entscheidend für ein gutes gesellschaftliches Miteinander sind.
Zur Eröffnung des Pavillons am 12. Mai kam auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig gemeinsam Vertretern aus zwölf Religionsgemeinschaften; darunter Bischofsvikar Dariusz Schutzki, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Oskar Deutsch, der evangelische Superintendent Mathias Geist, der Präsident der Buddhistischen Religionsgesellschaft Gerhard Weißgrab, der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs, Imam Ermin Sehic und Walter Hessler von der Neuapostolischen Kirche.
Michael Ludwig bezeichnete den interreligiösen Pavillon als starkes Zeichen für das friedliche Zusammenleben in Wien. Besonders wichtig seien gegenseitiger Respekt und der regelmäßige Austausch zwischen den Religionsgemeinschaften. Wien könne stolz darauf sein, dass hier ein so wertschätzendes Miteinander gelebt werde. Der gemeinsame Auftritt der sechs Religionsgemeinschaften im Rahmen des ESC sei dafür ein sichtbares Beispiel.
In den kommenden Tagen gibt es gleich mehrere ORF-Beiträge zum Interfaith Pavillon: heute, Mittwoch, berichtet ORF2 ab 17:08 Uhr in „Aktuell nach fünf“. Ebenfalls heute ist das Thema ab 16:05 Uhr in „Im Fokus“ auf Ö1 sowie ab 18:55 Uhr in „Religion Aktuell“ auf Ö1 zu hören. Morgen, Donnerstag, gibt es in der Früh einen kurzen Talk im Ö3-Wecker. Ein ausführlicherer TV-Beitrag folgt schließlich am Samstag ab 16:45 Uhr in „Prisma“ auf ORF2.
Besucher:innen des ESC Village erwartet am Pavillon ein abwechslungsreiches Programm. Bei Gesprächsformaten wie Speed-Dating oder Quizspielen können Interessierte Menschen anderer Religionen kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen. Zusätzlich lädt eine „Wall of Hope“ dazu ein, persönliche Botschaften zu Frieden, Menschlichkeit und Zusammenhalt zu hinterlassen. „Wir schaffen einen Raum für Begegnung und Dialog. Im Mittelpunkt stehen Verständnis und gemeinsames Erleben“, sagt Edina Kiss. Die langjährigen Erfahrungen aus der Festivalseelsorge würden wesentlich dazu beitragen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Religionsgemeinschaften so gut funktioniere. Mit dem interreligiösen Pavillon setzt Wien beim Eurovision Song Contest 2026 nicht nur auf Musik und Unterhaltung, sondern auch auf Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade während eines internationalen Großereignisses wird damit sichtbar, wie vielfältig und offen die Stadt Wien ist.