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EDW/STSCH
14.05.2026

Christi Himmelfahrt im Stephansdom: Erzbischof Grünwidl ruft zu gelebter Verantwortung auf

Erzbischof Josef Grünwidl betonte zu Christi Himmelfahrt die Verbindung von Glauben und gesellschaftlicher Verantwortung. Im Wiener Stephansdom rief er dazu auf, Gott und die Menschen gleichermaßen im Blick zu behalten.

Mit einem klaren Appell zu mehr Menschlichkeit und gelebtem Glauben hat der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl den Festgottesdienst zu Christi Himmelfahrt im Stephansdom gefeiert. Christliches Leben bewege sich stets zwischen Himmel und Erde – genau diese Spannung komme im Fest Christi Himmelfahrt besonders zum Ausdruck, sagte Grünwidl in seiner Predigt. „Wir sind Kinder der Erde und unterwegs zum Himmel. Wir haben Gott und die Menschen im Blick“, erklärte der Erzbischof vor den zahlreichen Gläubigen im Stephansdom. Grünwidl warnte zugleich vor einer Frömmigkeit, die sich ausschließlich auf das Himmlische konzentriere. Unter Verweis auf die Konzilskonstitution Gaudium et spes erinnerte er daran, dass die Kirche eng mit den Sorgen, Hoffnungen und Ängsten der Menschen verbunden sei. Ein österliches Leben zeige sich dort, wo Menschen aufeinander zugehen, gemeinsam Verantwortung tragen und Bedürftige begleiten, betonte der Wiener Erzbischof. Das Evangelium müsse dabei Orientierung und Wegweiser bleiben.

 

„Pro Oriente“ als Brücke zwischen Ost und West

 

Am Gottesdienst nahmen auch zahlreiche Mitglieder der Stiftung „Pro Oriente“ teil, deren Kuratorium Grünwidl vorsitzt. Die 1964 von Kardinal Franz König gegründete Stiftung engagiert sich für die Verständigung zwischen Ost- und Westkirche. Der Erzbischof würdigte insbesondere die vielen persönlichen Begegnungen und Freundschaften, die über Jahrzehnte hinweg zur Ökumene beigetragen hätten. Auch die verstärkten Jugendprojekte der Stiftung hob Grünwidl positiv hervor.