Der Interreligiöse Pavillon am Rathausplatz war ein kleines, aber sehr starkes Zeichen mitten im großen ESC Village. Vertreter:innen verschiedener Religionsgemeinschaften waren gemeinsam präsent, kamen mit Besucher:innen ins Gespräch und machten sichtbar, was interreligiöser Dialog konkret bedeuten kann: zuhören, fragen, erzählen, einander ernst nehmen. Aus den Rückmeldungen der Religionsgemeinschaften entsteht ein sehr positives Gesamtbild. Der Pavillon wurde als Bereicherung erlebt – für die Besucher:innen, aber auch für die beteiligten Gemeinschaften selbst. Unter dem Motto „United by Humanity“ stand nicht das Trennende im Vordergrund, sondern das, was Menschen über Religionen, Kulturen und Länder hinweg verbindet: Frieden, Würde, Hoffnung, Mitgefühl und der Wunsch nach einem guten Miteinander.
Besonders deutlich wurde, dass viele Menschen ein echtes Bedürfnis nach Begegnung haben. Sie blieben stehen, obwohl es nichts zu gewinnen, nichts zu konsumieren und keine laute Aktion gab. Es gab Gespräche, Informationen und die Möglichkeit, eine Friedensbotschaft zu hinterlassen. Gerade das wurde von der Evangelischen Jugend Österreich als starkes Zeichen gesehen: Menschen suchen persönliche Begegnung und Austausch. Auch queere Besucher:innen nahmen die Offenheit des Pavillons positiv wahr.
Die Bahá’í-Gemeinde erlebte viel Lebensfreude und großes Interesse an einer vielen noch wenig bekannten Weltreligion. Aus den Gesprächen blieb vor allem der Eindruck: Viele Menschen wünschen sich ein ehrliches Miteinander. Auch aus buddhistischer Sicht war der Pavillon eine große Bereicherung. Die gute Zusammenarbeit der Religionsgemeinschaften und der vertrauensvolle Dialog machten ein respektvolles Miteinander sichtbar. Aus muslimischer Perspektive waren die Begegnungen geprägt von Offenheit, Herzlichkeit und echtem Interesse. Gespräche über Frieden, Barmherzigkeit, heilige Orte, Heimat, Sicherheit und Würde zeigten, wie sehr Menschen überall auf der Welt nach Gerechtigkeit und einem Leben in Frieden suchen. Auch die Sikh-Gemeinde zeigte sich dankbar, beim ersten interreligiösen Pavillon im Rahmen des ESC am Rathausplatz mitgewirkt zu haben.
Zugleich wurde deutlich: Viele Menschen suchen Halt, Orientierung und Zuversicht. Der Glaube und der spirituelle Weg können hier wichtige Antworten geben. Verbunden war damit die Hoffnung, dass dieses kleine Zeichen Nachahmung findet und zu einem friedvolleren Miteinander beiträgt.Ein besonders starkes Bild war die Wall of Hope. Rund 220 Botschaften von Menschen aus mindestens 13 bis 15 Ländern wurden dort hinterlassen. Es ging um Liebe, Frieden, Freundschaft, Musik, Hoffnung, Toleranz, Akzeptanz und darum, Brücken statt Mauern zu bauen.
So bleibt der Interreligiöse Pavillon als gelungenes Projekt in Erinnerung: offen, herzlich, hoffnungsvoll und zutiefst menschlich. Er zeigte, dass Religionen dort verbindend wirken, wo Menschen einander zuhören und gemeinsam nach Frieden suchen.