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Georg Pulling/kathpress
18.05.2026

Ökumene in Österreich: Erzbischof Grünwidl und Metropolit Arsenios setzen auf Vertrauen und Dialog

Beim Antrittsbesuch von Metropolit Arsenios bei Wiens Erzbischof Josef Grünwidl standen Vertrauen, Dialog und die Zukunft der katholisch-orthodoxen Ökumene in Österreich im Mittelpunkt. Beide Kirchenvertreter betonten, dass die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen und historischer Konflikte wichtiger denn je ist.

Beim offiziellen Antrittsbesuch von Metropolit Arsenios Kardamakis bei Wiens Erzbischof Josef Grünwidl stand die Zukunft der katholisch-orthodoxen Beziehungen in Österreich im Mittelpunkt. Beide Kirchenvertreter betonten, dass echte Ökumene vor allem auf persönlichem Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzung und einem offenen Dialog aufbaut.

 

Metropolit Arsenios würdigte die lange Geschichte guter Beziehungen zwischen katholischer und orthodoxer Kirche in Österreich. Er sprach von einem „Weg des Vertrauens“, der bereits vor ihnen begonnen habe und nun gemeinsam weitergeführt werden solle. Besonders hob er die Unterstützung der katholischen Kirche für orthodoxe Gemeinden hervor. Ohne diese Hilfe, so Arsenios, gäbe es in Österreich nicht so viele orthodoxe Gemeinden. Wichtig seien vor allem Kirchenräume und seelsorgliche Einrichtungen, die orthodoxen Gläubigen ein geistliches Zuhause bieten. Auch Erzbischof Grünwidl zeigte sich dankbar, als neuer Wiener Erzbischof auf ein starkes ökumenisches Fundament aufbauen zu können. Die orthodoxen Kirchen seien eine wachsende und lebendige Größe in der religiösen Landschaft Österreichs. Besonders beeindruckt zeigte er sich von jungen Familien und Jugendlichen in orthodoxen Gottesdiensten.

Für die Zukunft sieht Grünwidl eine noch engere Zusammenarbeit der christlichen Kirchen als notwendig. Katholiken, Orthodoxe und Evangelische dürften sich nicht auseinanderdividieren lassen. Gemeinsame Anliegen seien die Würde des Menschen, der Schutz des Lebens, der Einsatz für Frieden sowie die Rolle von Religionen als Werkzeuge der Versöhnung.

 

Offen angesprochen wurde auch der historische Konflikt um die katholischen Ostkirchen byzantinischer Tradition. Arsenios bezeichnete deren Geschichte als weiterhin spürbare Wunde für die Orthodoxie. Beide Seiten sehen den Dialog als einzigen Weg, um Verletzungen zu heilen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.