Das Hochamt feiert Erzbischof Josef Grünwidl. Die musikalische Gestaltung übernimmt die Wiener Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Landerer. Die Feier wird auch live auf Radio Klassik Stephansdom übertragen.
Charles Villiers Stanford wurde 1852 in Dublin geboren und zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der englischen Musik am Ende des 19. Jahrhunderts. Er studierte in Cambridge, Leipzig und Berlin und wirkte später als Lehrer am Royal College of Music in London sowie an der Universität Cambridge.
Als Komponist und Pädagoge hatte Stanford großen Einfluss auf die Entwicklung der englischen Musik. Besonders in seiner Kirchenmusik verbindet er traditionelle Formen mit einer eigenständigen Tonsprache, die durch Singbarkeit, Ausdruckskraft und klangliche Transparenz geprägt ist. Stanford war überzeugt, dass die Kirche ein wichtiger Ort musikalischer Bildung und künstlerischer Erneuerung ist.
Die Messe in G-Dur, op. 46 entstand in den Jahren 1891/92 für das Brompton Oratory in London. Diese katholische Oratorianerkirche ist eng mit dem heiligen John Henry Newman verbunden, der das Oratorium des heiligen Philipp Neri nach England brachte. Newman wurde 2025 von Papst Leo XIV. zum Kirchenlehrer erhoben. Die Oratorianer selbst gehen auf den heiligen Philipp Neri zurück, der die Gemeinschaft im 16. Jahrhundert in Rom gründete. Bis heute haben die Oratorianer eine starke Beziehung zu Liturgie, Musik und Kunst. Die Uraufführung von Stanfords Messe fand am 26. Mai 1893, dem Gedenktag des heiligen Philipp Neri, im Brompton Oratory in London statt. Nach frühen Aufführungen geriet das Werk jedoch weitgehend in Vergessenheit und wurde erst in jüngerer Zeit wieder stärker beachtet.
Mit der Aufführung im Stephansdom macht die Wiener Dommusik dieses bedeutende Werk der englischen Kirchenmusik nun erstmals in Österreich hörbar. Die Messe erklingt dabei nicht im Konzertsaal, sondern in jenem Rahmen, für den sie ursprünglich geschaffen wurde: in der feierlichen Liturgie.
Pfingsthochamt im Stephansdom
Sonntag, 24. Mai 2026, 10.15 Uhr
Wiener Stephansdom- Auch live auf Radio Klassik Stephansdom
Weitere Aufführung im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen
Freitag, 29. Mai 2026, 22.00 Uhr
Wiener Stephansdom