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Ende September feiert das Blinenapostolat der Erzdiözese Wien traditionell das Raphaelfest. Dieses Jahrn in der Deutschordenskirche. Besonders wurden die Unterstützer und Förderer hervorgehoben
Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub, Stephan Schönlaub / Ende September feiert das Blinenapostolat der Erzdiözese Wien traditionell das Raphaelfest. Dieses Jahrn in der Deutschordenskirche. Besonders wurden die Unterstützer und Förderer hervorgehoben
20.05.2026

Papst Leo XIV.: Liturgie ist mehr als ein Ritus

Papst Leo XIV. hat bei der Generalaudienz die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils verteidigt. Es sei den Konzilsvätern nicht nur um neue Formen gegangen, sondern um einen neuen Blick auf die Mitte des Glaubens: Christus selbst.

Papst Leo XIV. hat bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz die Bedeutung der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils hervorgehoben. Anlass war seine Katechese zur Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium, dem ersten Dokument, das vom Konzil verabschiedet wurde. Der Papst machte deutlich: Die Reform der Liturgie war nach dem Willen der Konzilsväter weit mehr als eine Veränderung von Abläufen, Sprachen oder äußeren Formen. Es sei ihnen „nicht nur“ darum gegangen, „eine Reform der Riten“ zu beginnen, sagte Leo XIV. Vielmehr wollten sie „die Kirche dazu führen, jenes lebendige Band zu betrachten und zu vertiefen, das sie bildet und eint: das Geheimnis Christi“.

 

Damit setzte Leo XIV. einen deutlichen Akzent in einer Debatte, die die katholische Kirche seit Jahrzehnten begleitet. Während die Liturgiereform für die große Mehrheit der Kirche selbstverständlich geworden ist, wird sie von traditionalistischen Gruppen bis heute kritisch gesehen. Der Papst stellte dem eine klare theologische Deutung entgegen: Liturgie ist nicht zuerst Stilfrage, sondern Ort der Begegnung mit Christus. Denn in der Liturgie, so Leo XIV., empfängt die Kirche ihr Leben von Christus. Sie feiert nicht bloß Erinnerung, sondern wird immer neu in das Pascha Christi hineingenommen – in Passion, Tod, Auferstehung und Verherrlichung Jesu. Dieses „christliche Geheimnis“ werde „gerade in der Liturgie sakramental gegenwärtig“, sagte der Papst. Jedes Mal, wenn die Gemeinde „in seinem Namen“ zusammenkommt, werde sie in dieses Geheimnis hineingenommen.

 

Besonders betonte Leo XIV. die Gegenwart Christi in der Feier: in der verkündeten Schrift, in den Sakramenten, im Dienst der Feiernden, in der versammelten Gemeinde und „in höchstem Maß“ in der Eucharistie. Die Kirche werde in der Feier der Eucharistie selbst immer mehr zu dem, was sie empfängt: zum Leib Christi. Liturgie bleibt für den Papst aber nicht im Kirchenraum stehen. Die Teilnahme der Gläubigen sei zugleich „innerlich“ und „äußerlich“. Sie zeige sich in Gebet, Gesang, Gesten und Stille – aber ebenso im Alltag, im Dienst an den Menschen und in einem Leben aus dem Evangelium. Was in der Feier geschieht, soll im Leben Gestalt gewinnen. Deshalb sei die Liturgie, wie es das Konzil formuliert, „der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt“. Aus ihr schöpften Verkündigung, Caritas, Seelsorge und christliches Engagement ihre Energie. Wer Liturgie mitfeiert, soll sich nicht nur ansprechen lassen, sondern verwandeln.

 

Am Ende lud Leo XIV. die Gläubigen ein, sich von der Liturgie prägen zu lassen: „Lassen wir uns innerlich formen von den Riten, den Symbolen, den Gesten und vor allem von der lebendigen Gegenwart Christi in der Liturgie.“ Genau darin liege die bleibende Aktualität der Liturgiereform: Sie will die Kirche nicht beschäftigen, sondern erneuern – aus der Mitte des Glaubens heraus.