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EDW/STSCH
20.05.2026

Grünwidl vor "Langer Nacht": Jeder kann etwas zum Guten verändern

Wiener Erzbischof lädt zu offenen Kirchen in der Bundeshauptstadt am 29. Mai - Allein in der Erzdiözese Wien rund 1.000 Programmpunkte in mehr als 170 teilnehmenden Kirchen

Mehr als 170 Kirchen in Wien laden am Freitag, 29. Mai, im Rahmen der "Langen Nacht der Kirchen" zu mehr als tausend Stunden Programm. Die "Lange Nacht" steht unter dem Motto "MUTeinander" - und den Mut, den es heute im Land brauche, betont auch Erzbischof Josef Grünwidl in seiner Videobotschaft zu dem anstehenden ökumenischen Großereignis. "Was ich im Großen nicht verändern kann, das soll ich im Kleinen nicht unversucht lassen", so Grünwidl wörtlich. Er zeigt sich überzeugt, dass jede und jeder Möglichkeiten habe, "etwas zu tun, etwas zu bewirken und zum Guten und zum Positiven zu verändern". Diese Überzeugung mache ihm Mut: "Es kommt auf meinen Beitrag an, auch wenn er nur klein ist."


Eine neue Kooperation wollen die Veranstalter der "Langen Nacht" heuer besonders hervorheben: An verschiedenen Orten wird in Kooperation mit der zivilgesellschaftlichen Initiative "Österreich der runden & eckigen Tische" zu gleichnamigen Gesprächen geladen. Ein solches exemplarisches Event ist etwa die Veranstaltung im Wiener Erzbischöflichen Palais ab 19 Uhr mit Erzbischof Josef Grünwidl, der evangelischen Bischöfin Cornelia Richter und anderen spannenden Gesprächsteilnehmenden aus Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

Eine ungewöhnliche "Geistliche Besinnung zu Theologie, Mathematik und Schach" gibt es in der Wiener Evangelischen Superintendentur, wo Superintendent Matthias Geist Sinnsuche, logisches Denken und das "Spiel aller Spiele" zu einem Impuls zum Aufatmen und Nachdenken verbindet. Einblicke in Begleitung, Beratung und Behandlung von Menschen mit unheilbarer Erkrankung inklusive spirituellem Impuls gibt es im Tageshospiz Aumannplatz, und die Pfarre Aspern lädt zu einem Benefizkonzert zugunsten der WE&ME Stiftung für ME/CFS-Forschung - mit jungen Musikern und österreichischen Pop- und Rockklassikern.

Theater, Tanz, Musik und Kirchentouren

Im Club 4 am Stephansplatz steht das Theaterstück "Dreck" von Robert Schneider auf dem Programm, das sich mit Fremdheit, Vorurteilen, Flucht und Integration auseinandersetzt. Im neuen Kirchenschiff der Caritas im 5. Bezirk gib es Führungen, eine integrative Kindertanzgruppe und viel Musik. In der Pfarre Maria Namen in Wien-Ottakring musizieren die deutsch-, polnisch- und spanischsprachige Gemeinde gemeinsam bei einem Anbetungsabend und laden zu landestypischer Kulinarik, während ein Spaziergang zu mutigen Frauen der Wiener Geschichte vom Riesentor am Stephansdom bis zur Kaisergruft führt; auf der "Polonika"-Kirchen-Tour kann man sich schließlich durch die Kirchen der Wiener Innenstadt auf die Spuren polnischer Heiliger machen, die mit Wien verbunden sind.

Der Wiener Diözesansender "Radio Klassik Stephansdom" berichtet über die "lange Nacht" in einer Sondersendung. Vier Stunden lang gibt es ab 18 Uhr Live-Schaltungen zu vielen Schauplätzen in der Erzdiözese Wien. Musikalisch stehen einige Orte wie das Konservatorium für Kirchenmusik der Erzdiözese Wien, wie auch mehrere Programmpunkte im Stephansdom im Fokus. Außerdem gibt es Schaltungen zu den weiteren teilnehmenden Diözesen der Kirche Österreichs, wie auch nach Tschechien und Südtirol. Am Tag davor, am 28. Mai bringen die Perspektiven um 19 Uhr eine Vorschau auf Programmpunkte mit dem Schwerpunkt in der Erzdiözese Wien.

Über 1.700 Veranstaltungen österreichweit

Österreichweit sind in der "Langen Nacht der Kirchen" mehr als 1.700 Veranstaltungen in rund 600 Kirchen bzw. weiteren Orten geplant. Eröffnet wird die "Lange Nacht" wieder traditionell mit dem österreichweiten Glockengeläut um 17.50 Uhr. Bis auf die Diözese Feldkirch, die heuer pausiert, sind alle heimischen Diözesen mit dabei, ebenso die Katholische Kirche in Südtirol (Diözese Bozen-Brixen). An der ökumenischen Großveranstaltung nehmen stets alle im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) vertretenen Kirchen teil. In den vergangenen Jahren verzeichnete die "Lange Nacht" österreichweit stets an die 300.000 Besucher. Mit dieser Zahl rechnen die Veranstalter auch heuer.