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21.05.2026

Synode: Rom legt den Fahrplan bis 2028 vor

Die Weltsynode geht in die nächste Runde: Bis 2028 sollen Diözesen, Bischofskonferenzen und Kontinente prüfen, was aus dem großen kirchlichen Gespräch konkret geworden ist.

Im Zentrum steht eine einfache, aber unbequeme Frage: Verändert Synodalität wirklich den Alltag der Kirche — oder bleibt sie ein schönes Wort aus Rom?

Die Weltsynode ist nicht zu Ende. Sie geht jetzt in die entscheidende Phase der Umsetzung. Das Generalsekretariat der Synode hat am 20. Mai im Vatikan ein neues Dokument veröffentlicht, das den Weg bis zur Kirchlichen Versammlung im Oktober 2028 beschreibt. Es trägt den Titel „Towards the Assemblies 2027–2028“ und legt fest, wie die Ortskirchen, Bischofskonferenzen und kontinentalen Zusammenschlüsse in den kommenden zwei Jahren weiterarbeiten sollen.

Klingt zunächst nach innerkirchlicher Verwaltung. Tatsächlich geht es aber um eine einfache und zugleich weitreichende Frage: Was ist aus der Synode konkret geworden? Hat sich in Pfarren, Diözesen, Orden, Bewegungen und kirchlichen Einrichtungen etwas verändert? Werden Entscheidungen anders vorbereitet? Kommen Menschen zu Wort, die bisher kaum gehört wurden? Und hilft das alles der Kirche, ihren Auftrag heute glaubwürdiger zu leben?

Vier Schritte bis zur Versammlung in Rom

Der neue Fahrplan nennt vier Etappen. Im ersten Halbjahr 2027 sollen die Diözesen und Eparchien Bilanz ziehen. Sie sind eingeladen, die Erfahrungen seit dem Abschluss der Synode 2021–2024 zu sammeln und in einem erzählenden Bericht festzuhalten. Dazu kommt ein Brief an andere Ortskirchen.

 

Im zweiten Halbjahr 2027 folgen die Bischofskonferenzen auf nationaler oder regionaler Ebene. Sie sollen die Berichte aus den Diözesen aufnehmen, theologisch und pastoral deuten und ebenfalls einen Brief an andere Kirchen verfassen.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2028 sind die kontinentalen Versammlungen an der Reihe. Dort geht es nicht mehr nur um einzelne Erfahrungen, sondern um gemeinsame Linien, Prioritäten und Orientierungspunkte. Diese sollen in einen Bericht einfließen, der zur Vorbereitung der weltweiten Kirchlichen Versammlung dient.

 

Den Abschluss bildet im Oktober 2028 die Kirchliche Versammlung im Vatikan. Dort soll der bisherige Weg zusammengeführt, gefeiert und dem weiteren Unterscheiden der ganzen Kirche anvertraut werden — gemeinsam mit dem Papst.

 

Keine neue Umfrage, sondern eine ehrliche Auswertung

Wichtig ist dem Synodensekretariat: Es geht nicht darum, die weltweite Befragung der Synode einfach zu wiederholen. Die Kirchen sollen auch nicht mit einer zusätzlichen bürokratischen Aufgabe belastet werden. Vielmehr soll angeschaut werden, was bereits gewachsen ist — und was noch nicht. Die Leitfrage lautet: Welche konkrete Gestalt einer missionarischen synodalen Kirche entsteht in unserer Gemeinschaft? Und welche neuen Wege von Synodalität werden sichtbar? Das ist mehr als eine kircheninterne Selbstprüfung. Wer diese Frage ernst nimmt, muss hinschauen: auf gelungene Aufbrüche, auf Widerstände, auf neue Formen der Mitverantwortung, auf Transparenz, Beteiligung und Entscheidungsprozesse. Auch auf das, was nicht funktioniert hat. Gerade daraus kann die Kirche lernen.

 

Wer dabei sein soll

Die Versammlungen sollen nicht nur aus den üblichen kirchlichen Gremien bestehen. Das Dokument betont ausdrücklich, dass Frauen und Männer, unterschiedliche Generationen, Priester, Diakone, Ordensleute, Vertreterinnen und Vertreter von Bewegungen, Verbänden und neuen Gemeinschaften sowie Menschen außerhalb organisierter kirchlicher Strukturen einbezogen werden sollen.

Besonders erwähnt werden auch Menschen in Situationen von Armut, Verletzlichkeit oder Ausgrenzung. Ebenso sollen Pfarrer gut eingebunden werden. Wo es sinnvoll ist, können auch Vertreter anderer Kirchen, christlicher Gemeinschaften oder Religionen teilnehmen.

Die Verantwortung liegt auf den jeweiligen Ebenen bei den Bischöfen, den Präsidenten der Bischofskonferenzen und den kontinentalen kirchlichen Verantwortlichen. Die konkrete Organisation übernehmen synodale Teams.

 

Was das bringt

Für Leserinnen und Leser, die nicht täglich mit kirchlichen Prozessen befasst sind, ist der neue Fahrplan vor allem deshalb interessant, weil er zeigt: Die Synode soll nicht als römisches Großereignis in Erinnerung bleiben, sondern im Alltag der Kirche überprüfbar werden.

Es geht darum, ob Beratung, Zuhören und gemeinsames Entscheiden mehr sind als schöne Worte. Ob Pfarren und Diözesen wirklich lernen, Menschen zu beteiligen. Ob kirchliche Verantwortung transparenter wird. Ob Frauen, junge Menschen, Arme und Menschen am Rand nicht nur erwähnt, sondern tatsächlich gehört werden. Und ob all das der Kirche hilft, das Evangelium in der heutigen Welt glaubwürdiger zu leben. Der Weg bis 2028 ist also keine bloße Verlängerung der Synode. Er ist ein Testfall: Wird aus einem weltweiten kirchlichen Gespräch ein veränderter Stil kirchlichen Handelns? Genau darauf sollen die kommenden Versammlungen eine Antwort geben.

 

Zum Dokument in englischer Sprache