Die Passionsspiele im burgenländischen St. Margarethen stellen bei ihrem 100-Jahr-Jubiläum 2026 erstmals eine Frau in den Mittelpunkt der Passionsgeschichte. Mit dem Stück "Mirjam - stark wie der Tod ist die Liebe" werde die Leidens- und Auferstehungsgeschichte Jesu Christi aus der Perspektive der Maria Magdalena erzählt, teilten die Veranstalter mit. Die Premiere der Neuinszenierung im Römersteinbruch ist am Samstag (23. Mai), gespielt wird bis 12. Juli.
Mit "Mirjam - stark wie der Tod ist die Liebe" wolle man die Geschichte vom Leben, Leiden und Auferstehung Jesu Christi neu interpretieren, informierte der Spielleiter und Autor Pfarrer Richard Geier in einer Aussendung. "Ich freue mich, dass wir 2026, im 100. Jahr der Passionsspiele eine Neuinszenierung bieten können, die erstmals eine Frau in den Mittelpunkt rückt, die sehr wichtig im Leben Jesu war: Maria Magdalena", betonte Geier.
Geier sprach zudem von einer "weiblichen Perspektive auf die Passion", die "in der männerdominierten Kirche bisher vernachlässigt wurde". Es sei "höchste Zeit", dass auch die Passionsspiele in St. Margarethen "weiblicher werden und den Frauenfiguren durch starke Darstellerinnen mehr Präsenz eingeräumt wird", erklärte Pfarrer Geier die Motivation zur Neuadaption.
Neu sei auch, dass zum überarbeitetem Text mit Albin Rudisch und Manfred Waba neue Verantwortliche für Musik und Regie kommen. Als Komponist der neuen Passionsspielmusik zu "Mirjam" zeichnet Albin Rudisch für den musikalischen Rahmen der Jubiläumsproduktion verantwortlich. Für Regie und Bühnenbild ist 2026 - 30 Jahre nach seiner ersten Oper im Steinbruch St. Margarethen - Manfred Waba zuständig, der bereits auf der Ruffinibühne inszenierte. Renée Gallo-Daniel und Iris Klemenschitz werden die Titelrolle der "Mirjam" verkörpern. Die Rolle des "Jesus" übernehmen wieder Andreas Schalling bzw. Rupert Kugler wie schon bei der letzten Inszenierung 2022.
Führungen durch Magdalenenkapelle
Wer neben dem Erlebnis der "Mirjam" noch tiefer in die Beschäftigung mit dem Leben von Maria Magdalena eintauchen wolle, könne dies in Eisenstadt in Burgenlands einziger Magdalenenkapelle, heißt es auf der Website. Dort gibt es während der Passionsspiele die Möglichkeit zur Besichtigung der sonst geschlossenen Magdalenenkapelle; so sehen sind etwa seltene barocke Fresken zum Leben der Heiligen.
Geplant ist zudem eine Chronik der Passionsspiele St. Margarethen, die im Jubiläumsjahr in Buchform erscheinen soll. Ferner gibt es eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein KuBiKu sowie Filmvorführungen vergangener Passionsspiele sowie eine Sonderbriefmarke der Post.
100 Jahre Passionsspiel
2026 wird es 100 Jahre her sein, dass Pfarrer Josef Kaindlbauer und der damalige Leiter der Pfarrjugend, der Jungbauer Emmerich Unger, gemeinsam mit Jugendlichen der Pfarre St. Margarethen auf dem Bauernhof der Familie Unger das erste Passionsspiel veranstalteten. Seit 1961 finden die Passionsspiele im Römersteinbruch statt. Alle fünf Jahre beteiligen sich rund 400 ehrenamtliche Laiendarsteller und Helfer an der Aufführungen. (Infos: www.passio.at)
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