Nur die Dominikanerklöster in Krakau (seit 1222) und Dubrovnik (seit 1225) können die 800 Jahre, die die Dominikaner in Wien sind, übertrumpfen.
Dieses Jahr steht daher für die Brüder des Wiener Dominikanerkonvents S. Maria Rotunda ganz im Zeichen ihres Jubiläums. So manch eine Veranstaltung, die sie allemal anbieten, ist auf das Jubiläumsjahr hin gewendet, manch andere kam bereits bzw. kommt noch bis Ende 2026 hinzu. Den Höhepunkt des Festjahres bildet das dreitägige Jubiläumsfest vom 12. bis 14. Juni in Kloster und Kirche. Prior Pater Markus Langer OP gibt einen Vorgeschmack darauf und lädt alle Interessierten zum Mitfeiern ein.
Gleich zu Beginn der zentralen Jubiläums-Feierlichkeiten am Freitag, 12. Juni, starten die Dominikaner „typisch wienerisch“ mit abendlichem Kreuzgang-Heurigen und „Wienerlied“, österreichischen Weinen und Heurigen-Schmankerln. Wie es zu der Idee dieser Form der „leiblichen Einstimmung“ kam, erklärt P. Markus Langer, seit April 2024 Prior der Wiener Kommunität, so: „Bei 800 Jahren durchgängiger Präsenz in Wien dürfen wir wohl sagen, dass wir die Wiener Geschichte mitgestaltet haben – und dass natürlich die Wiener Kultur auch den Stil unseres Klosterlebens mitgeprägt hat. So ein Heurigen-Abend bringt zum Ausdruck, dass wir Dominikaner sehr gerne in Wien sind.“ Der schlichte, barocke Kreuzgang des 17. Jahrhunderts und der stimmungsvolle Innenhof-Garten – beides sonst nicht öffentlich zugänglich – laden zum Verweilen sowie Aufnehmen klösterlicher Atmosphäre ein.
Der zweite Festtag (SA, 13. Juni) steht ganz im Zeichen von Historie, Kunst und Musik. So öffnen die Predigerbrüder zunächst die Türen ihres „Zuhauses“: Pater Christoph Wekenborg OP führt alle Interessierten gut 90 Minuten durchs Kloster. Neben Refektorium, Kapitel-Saal und Sommer-Chor gibt es dabei etwa auch das historische Totenbuch aus nächster Nähe zu sehen. „Für viele Menschen ist das Leben hinter Klostermauern ja etwas Geheimnisvolles, wo sie sich nicht so recht vorstellen können, wie das funktioniert“, sagt P. Markus Langer. „Da laden wir ein, sich einen eigenen ersten Eindruck bei realen Ordensleuten zu machen. Eine Besonderheit des klösterlichen Lebens ist es ja, dass man den Tagesablauf durch gemeinsame Gebetszeiten strukturiert. Vielleicht mag das ein Impuls sein, den manche Gäste auch für ihr eigenes Leben mitnehmen können.“
Das Jubiläums-Festkonzert am Abend in der Dominikanerkirche S. Maria Rotunda mit verschiedenen Ensembles (Chor- & Solo-Sänger, Instrumentalisten) setzt schließlich auch musikalisch einen Höhepunkt im Jubiläumsjahr. Auf dem Programm stehen Werke u.a. von Mozart, Telemann, Dvorak und Mendelssohn-Bartholdy.
Tags darauf (SO, 14. Juni) leitet das Pontifikalamt um 10 Uhr den dritten Jubiläums-Festtag ein. Zelebrant und Prediger ist Mitbruder Kardinal Christoph Schönborn OP, Alt-Erzbischof von Wien. Musikalisch gestaltet wird die Messe von Chor und Orchester am Institut für Orgel, Orgelforschung und Kirchenmusik der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien unter der Leitung von Johannes Ebenbauer; an der Orgel ist Basilika-Organist Bertalan Ablonczy. „Auf die Heilige Messe mit unserem Mitbruder Kardinal Christoph Schönborn freue ich mich besonders“, erklärt Prior P. Markus Langer. „Zum einen ist es immer wieder eine Freude, diesem zugewandten und frohen Menschen zu begegnen. Und andererseits kommt mit ihm ein Stück Klostergeschichte ins Haus, denn immerhin wurde er 1970 in unserer Kirche zum Priester geweiht.“
Das Klosterfest in Basteigarten und Kreuzgang bietet anschließend allen Besuchern die Möglichkeit – neben Würsteln, Wein & Co. – mit Dominikanerpatres über Gott und die Welt ins Gespräch zu kommen. Obendrein öffnet im Petrus-Hutner-Saal des Klosters um 13 Uhr das Sonder-Postamt und präsentiert zum Jubiläum eine Sonder-Briefmarke. „Die Sache mit der Sonder-Briefmarke kam auf Anregung des Österreichischen Philatelistenvereins St. Gabriel ins Rollen, der sich dafür engagiert, dass die Post immer wieder auch Briefmarken zu Themen und Anlässen des katholischen Lebens in Österreich herausbringt“, erklärt P. Markus Langer und verrät nur so viel: „Wir dürfen dieses Mal das Thema zur jährlichen Briefmarke der Serie ,Sakrale Kunst in Österreich‘ beisteuern.“ Ab Mitte Juni gibt es die Marke in den Postämtern. Die Auflage beträgt 160.000 Stück.
Das Programm der zentralen Jubiläums-Feier im Überblick:
Link zum Festkalender zum Jubiläumsjahr 2026:
https://wien.dominikaner.org/festkalender-zum-jubilaeumsjahr-2026/