Am Tag der Räte, 12. Juni 2026, hat das Beratungsgremium zum zukünftigen Leitbild der Erzdiözese Wien und zu den Bausteinen des Erzbischofs für eine 10-Jahresperspektive der Erzdiözese Wien gearbeitet.
Zu Beginn des Rätetags war ein Herzschlag zu hören, der sich wie ein roter Faden durch den gesamten Tag zog und immer wieder zur Reflexion über das Gehörte anregte. Erzbischof Josef Grünwidl nahm in seinen Begrüßungsworten Bezug auf das Evangelium, bei dem die Jünger fischen gingen und erst etwas fingen, als Jesus ihnen sagte, sie sollen das Netz auf der rechten Seite auswerfen. Als Petrus Jesus erkannte, sprang er ins Wasser und wollte sofort zu ihm.
Grünwidl betonte: „Es geht immer um den Herzschlag, darum, dass wir mit Exzellenz und Herzblut dabei sind. Ich wünsche uns allen, dass unser Herz für die Kirche schlägt.“ Der Erzbischof wünschte sich, dass die Beratenden durch den Tag der Räte die „Richtung klarer sehen und konkrete Schritte in Richtung Zukunft setzen.“
Lisi Forstreiter und Markus Beranek führten moderierend durch den Tag: „Es geht um Mut zum offenen Wort und die Bereitschaft zum aufmerksamen Hinhören, damit wir unseren Weg als Kirche finden.“
Im Herbst soll das neue Leitbild der Erzdiözese Wien durch den Bischofsrat in Kraft gesetzt werden. Daher wurde über die vorläufige Arbeitsversion beraten. Dabei wurde die Methode „Synodales Gespräch im Geist“ angewandt. Bei diesem Gespräch wird an runden Tischen miteinander gesprochen, wobei genau geschaut wird, dass alle gleich viel Redezeit haben und einander aufmerksam zugehört wird.
Durch Phasen der Stille kann das Gehörte gut reflektiert werden. Die Rückmeldungen, die am Tag der Räte eingebracht wurden, werden über den Sommer vom Redaktionsteam eingearbeitet, damit das neue Leitbild im Herbst beschlossen werden kann. Der Erzbischof freute sich, dass sich in den Leitbildprozess so viele Menschen, nicht nur am Tag der Räte, einbringen: „Ich danke euch herzlich für diese synodalen Schritte.“
Das Leitbild ist nur eine von vielen Maßnahmen, die aus dem Kundschafterprozess (am Tag der Räte 2024 präsentiert) formuliert wurde. Es wurde ein kurzer Überblick gegeben, welche anderen konkreten Projekte in der Erzdiözese umgesetzt werden. Als Beispiele sind die „Nah.bar“ in „Mamas Café“ zu nennen, bei der Menschen in den persönlichen Kontakt mit der EDW treten können. Die Mitgliederkommunikation, die sich damit befasst, wie wir mit allen Mitgliedern in eine regelmäßige, positive Kommunikation treten können, ist ein weiteres Projekt. Schließlich die „diözesane Bildungsakademie“, die alle Bildungsprogramme unter ein Dach bringen soll.
Der Erzbischof stellte seine Bausteine für die Zukunft der Erzdiözese Wien vor und bat die Teilnehmenden um ihre Gedanken und Rückmeldungen zu den Punkten:
Auch hier wurden in Tischgesprächen und mittels „Mentimeter“ Kommentare eingeholt. Es werde sich eine neue Kirchengestalt bilden, wir wissen nur noch nicht genau, wie sie sein wird, sagte der Erzbischof. Aber „Gott umarmt uns in der Wirklichkeit,“ und es gehe jetzt darum diese Wirklichkeit anzunehmen und zu gestalten.
Für einige war es ihr erster Tag der Räte, andere waren bereits bei den Vorgängertreffen dabei.
„Ich erwarte mir einen Austausch mit Kollegen und eine Weiterentwicklung des Leitbildes,“ sagte Daniel Vychytil vom Pastoralamt.
Anna Davogg vom Schulamt erwartete sich: „Mehr Hintergrundwissen darüber, wohin die Diözese möchte und wie in der Diözese miteinander gearbeitet werden soll.“
Christoph Schipfer vom Bauamt: „Höhepunkt waren die fünf Punkte des Erzbischofs. Er hat die harte Realität ausgesprochen. Man merkt: Er will was verändern.“
Mallna Taipe aus der Lateinamerikanischen Gemeinde zeigte sich am Ende des Tages begeistert: „Das Treffen war sehr gut. Die Kirche sollte lebendiger und freudiger sein, so wie heute. Der Heilige Geist hat uns inspiriert.“