Dienstag 21. Juli 2026

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e: Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
21.07.2026

100. Photovoltaik-Anlage auf kirchlichem Gebäude in Betrieb genommen

Die Erzdiözese Wien installiert im Schnitt zehn neue PV-Anlagen jährlich. Das neueste kirchliche Gebäude, das „himmlische Energiequellen“ nutzt, ist die Kirche St. Florian in Wien-Margareten mit ihren Solarpaneelen am großen Kirchendach.

Immer mehr kirchliche Gebäude werden mit Sonnenstrom versorgt. In der Erzdiözese Wien, die die Stadt Wien und den Osten Niederösterreichs umfasst, wurde die 100. Photovoltaikanlage installiert und in Betrieb genommen. Auf dem rund 630 m2 großen Flachdach der Kirche St. Florian auf der Wiedner Hauptstraße im fünften Wiener Gemeindebezirk sind auf drei Viertel der Fläche nun Solarpaneele installiert worden. Die Anlage erzeugt Strom mit einer Spitzenleistung von 55,8 kWp, der Batteriespeicher hat eine Kapazität von 45 kWh. Der Strom wird für die Versorgung der Kirche, des Pfarrhauses sowie künftig auch für den angrenzenden kirchlichen Kindergarten genutzt. Zudem ist die Versorgung weiterer Einheiten im Rahmen einer Energiegemeinschaft geplant. Seit der ersten, teilweisen Inbetriebnahme der Anlage im November 2025 und der vollen Nutzung seit Juni 2026 konnte die Pfarre ihren Verbrauch von zugekauftem Strom deutlich reduzieren – dank der vielen Sonnenstunden im Juni, die hohen Ertrag brachten.

 

Grünwidl: „Verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen“

Erzbischof Josef Grünwidl besichtigte die Photovoltaikanlage in rund 30 Metern Höhe. Sie sei ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung: „Für mich ist es alternativlos, sich für die Schöpfung einzusetzen. Mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen auf kirchlichen Gebäuden leisten wir unseren Beitrag für den verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde.“ Bei der Besichtigung dabei war auch Pfarrer Gerald Gump: „Für uns war es völlig logisch, die große Dachfläche unserer Kirche für eine Photovoltaikanlage zu nutzen – nicht als Symbolprojekt, sondern als echten Beitrag. Wir wollen zeigen: Kirche kann und will heute aktiv mithelfen, dass Gottes gute Schöpfung bewahrt wird.“

 

Vier Mio. Euro pro Jahr für ökologische Baumaßnahmen

In der Erzdiözese Wien werden jährlich rund zehn neue Photovoltaikanlagen installiert, im Jahr 2022 waren es sogar 36. Weitere Anlagen sind geplant, erklärt Adolf Wilfing, Leiter des Bauamtes der Erzdiözese Wien: „Auch in Zukunft wollen wir – neben dem Bemühen, Energie grundsätzlich einzusparen – weitere geeignete Standorte prüfen. Dabei berücksichtigen wir nicht nur technische und wirtschaftliche, sondern auch denkmalpflegerische Anforderungen.“ Daher kommen von vornherein nur wenige Kirchenbauten für eine solche Anlage infrage. Photovoltaikanlagen verbinden ökologische mit wirtschaftlichen Vorteilen: „Sie erhöhen den Anteil erneuerbarer Energie in kirchlichen Gebäuden wesentlich und tragen dazu bei, den Gesamtverbrauch nachhaltiger zu gestalten“, so Wilfing.


Die Erzdiözese Wien investiert jährlich rund vier Millionen Euro in ökologische Baumaßnahmen an kirchlichen Gebäuden wie Heizungsumstellungen, Dämmungen, Umstellung der Leuchtmittel auf LED sowie Photovoltaikanlagen. Für die Umsetzung der Projekte zur Errichtung der hundert Photovoltaikanlagen betrug die Investitionssumme seitens der Erzdiözese Wien 5,5 Millionen Euro. „Die errichteten Anlagen und die eingesetzten Budgetmittel für ökologische Maßnahmen zeigen, dass wir über Schöpfungsverantwortung nicht nur reden, sondern auch danach handeln“, freut sich Markus Gerhartinger, Umweltbeauftragter der Erzdiözese Wien.

 

Umwelt-Schwerpunkt in Pfarre zur Frohen Botschaft in Wien 4/5

Die im Jahr 1964 erbaute Kirche St. Florian gehört zur Pfarre „zur Frohen Botschaft“, der größten Pfarre Wiens. Sie umfasst den gesamten vierten und Teile des fünften sowie Randbereiche des dritten und sechsten Wiener Gemeindebezirks. Das Thema Umweltschutz ist ein Schwerpunkt der Pfarre. Dazu Pfarrer Gerald Gump: „Umweltschutz ist für uns kein Nebenthema, sondern zentraler Auftrag aus dem biblisch-christlichen Verständnis von Schöpfung.“


Die Pfarre ist seit 2021 durch das EU-Umweltmanagementsystem EMAS zertifiziert und engagiert sich mit einem eigenen Team „Schöpfungsverantwortung“ vielfältig für den Schutz von Klima und Umwelt: So werden alle Feste umweltfreundlich nach den „ÖkoEvent“-Richtlinien der Stadt Wien abgehalten, seit der EMAS-Zertifizierung konnte der Abfall um zwei Drittel reduziert werden. Das Bewusstsein für die Themen Schöpfungsverantwortung und Umweltschutz wird regelmäßig in Vorträgen, Gottesdiensten und „Laudato-Si“-Wanderungen vertieft. Das Dach des linken Seitenschiffs der Kirche ist das Zuhause von drei Bienenvölkern geworden. Die Pfarre lebt auch Verantwortung für Menschen in anderen Weltregionen: Als Partnerin des Projektes „Vanakkam“ unterstützt die Pfarre auch Entwicklungs- und Umweltschutzprojekte in Südindien.