Freitag 24. Juli 2026

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Martin Rupprecht
23.07.2026

117.000 Euro für die Zukunft: Wie „Jugend fördern – Grenzen überspringen“ jungen Menschen in Tansania und Äthiopien eine Chance gibt

Im ärmsten Viertel von Daressalam gibt die Stiftung „Jugend fördern – Grenzen überspringen“ Kindern und Jugendlichen eine Perspektive – mit Nachhilfe, Stipendien und Berufsausbildung. 2025 flossen dafür 117.000 Euro an Förderungen, so viel wie nie zuvor.

Ein Schulplatz, eine Krankenversicherung, ein warmes Mittagessen: Für viele Kinder und Jugendliche in Tansania und Äthiopien ist das keine Selbstverständlichkeit. Die Stiftung „Jugend fördern – Grenzen überspringen“ setzt genau hier an – und konnte 2025 mit 117.000 Euro an Förderungen so viel wie nie zuvor ausschütten.

 

Ein Zentrum mitten im Armenviertel

Im Distrikt Manzese in Daressalam, einem der ärmsten Viertel Tansanias, betreibt die Stiftung ein Zentrum, das für viele Familien zur Anlaufstelle geworden ist. Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Schulen kommen hierher zur Nachhilfe, leihen Bücher aus oder erhalten – wenn es zu Hause eng wird – Besuch vom Team mit Lebensmitteln und Hilfsgütern. Geleitet wird die Arbeit vor Ort von Geschäftsführer Alphonce, der nach Angaben der Stiftung ein besonders engagiertes Team aufgebaut hat.

326 Kinder und Jugendliche erhielten 2025 ein Stipendium: Schulgeld, Krankenversicherung und Schulmaterialien werden dabei vollständig übernommen. Das Angebot reicht von der Primary School über die Secondary School bis zum College, wo im Anschluss eine berufsbezogene Ausbildung ansteht. Mit mehreren Colleges in Tansania bestehen feste Partnerschaften; einmal monatlich besucht das Team die Stipendiatinnen und Stipendiaten vor Ort.

 

Vocational Training: Eine Antwort auf fehlende Perspektiven

Nicht jede und jeder Jugendliche schafft den Sprung ans College. Für sie hat die Stiftung im März 2025 einen neunmonatigen Lehrgang namens „Vocational Training“ eingerichtet, der mit einem staatlich anerkannten Zertifikat abschließt. Dafür wurden zwei zusätzliche Räume im Zentrum angemietet und mit Nähmaschinen und Computern ausgestattet – für viele Teilnehmende ist es der erste Kontakt überhaupt mit einem Computer. Neben MS-Office-Grundkenntnissen umfasst das Programm Kurse zu Unternehmertum, Lebenskompetenzen und Gesundheitsvorsorge. Bereits im ersten Durchlauf schlossen 36 Jugendliche erfolgreich ab.

 

Volunteer-Programm: Von Schülerinnen zu Projektleiterinnen

Ein zweites Standbein der Jugendarbeit ist das Volunteer-Programm, das sich vor allem an junge Frauen nach der Secondary School richtet. Neun Monate lang arbeiten die Volunteers für das Zentrum, erhalten dafür Englischunterricht und Schulungen in Lebenskompetenzen sowie ein monatliches Taschengeld und ein tägliches Mittagessen. Im Gegenzug organisieren sie selbst Projekte für die Gemeinde Manzese: Baumpflanzaktionen, Straßenreinigungen, Kinderspieltage, Sporttage für Kinder mit Behinderung sowie Aktionen zum Girls Day und zum Internationalen Frauentag. Die Stiftung sieht darin einen doppelten Effekt: Die Aktionen verbessern die Lebensbedingungen in Manzese, und die jungen Frauen sammeln erste Erfahrung in Projektorganisation – eine Kompetenz, die ihnen auch später im Berufsleben zugutekommt.

 

Austausch über Kontinente hinweg

2025 besuchten Alphonce, Magareth und Sr. Betty, die Partner:innen der Stiftung in Tansania, für fünf Wochen Wien und die Oberpfalz. Auf dem Programm standen Einblicke in das duale Ausbildungssystem aus Lehre und Berufsschule, Schulbesuche sowie ein Kennenlernen der Freiwilligen Feuerwehr. Mit vielen neuen Eindrücken und Ideen kehrte die Delegation anschließend nach Daressalam zurück.

 

Ein zweiter Standort in Äthiopien

Neben dem Kernprojekt in Tansania engagiert sich die Stiftung seit einiger Zeit auch in einem der ärmsten Landesteile Äthiopiens. Möglich macht das die Zusammenarbeit mit Pater Endale, der in Wien lebt und wissenschaftlich arbeitet, in seiner Heimat aber mehrere Projekte mit Unterstützung der Stiftung aufbauen konnte. Über den Fortschritt dieser Arbeit will die Stiftung künftig ausführlicher auf ihrer Webseite berichten.

 

Ein wachsendes Netzwerk

Über die beiden Hauptstandorte hinaus vergab die Stiftung 2025 auch einzelne Stipendien in Nigeria, Kongo und Burundi – Kontakte, die unter anderem über afrikanische Familien aus einer Wiener Pfarrei entstanden sind. Getragen wird die gesamte Arbeit von einem breiten ehrenamtlichen Netzwerk in Österreich und Bayern, das von der Buchhaltung über die Webseite bis zu Spendenaktionen reicht.

 

Mehr Informationen und Kontaktmöglichkeiten: Stiftung „Jugend fördern – Grenzen überspringen“