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28.07.2026

Caritas schlägt Alarm: „Hunger bleibt eine der größten humanitären Krisen unserer Zeit“

Bischöfe rufen zu Solidarität gegen Hunger auf - 645 Millionen hungernde Menschen weltweit

In rund 3.000 katholischen Pfarren Österreichs läuten am Freitag, 31. Juli, um 15 Uhr für fünf Minuten die Kirchenglocken als hörbares Zeichen gegen den weltweiten Hunger. Die Aktion geht auf einen Beschluss der Bischofskonferenz zurück und wird in Kooperation mit der Caritas durchgeführt. Sie fällt bewusst auf die Sterbestunde Jesu und soll auf das Leid von rund 645 Millionen weltweit hungernden Menschen (FAO-Bericht 2026) aufmerksam machen. Österreichs Bischöfe riefen schon im Vorfeld der Aktion zur Solidarität mit Hungernden auf: "Wir können uns nicht einfach dispensieren, ist es doch unser gemeinsames Haus. Und jeder und jede von uns kann etwas dagegen tun. Großes oder Kleines", so der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl.

Als Aufruf an Christinnen und Christen, "hinzuhören und hinzusehen" und "nicht müde zu werden, unseren Beitrag zu leisten, damit Menschen in Würde leben können", bezeichnete der Salzburger Weihbischof Hansjörg Hofer die Aktion. Es sei "unser Auftrag als Kirche, nicht wegzuschauen", so Hofer.

Auch der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler und der Linzer Bischof Manfred Scheuer betonten die Solidarität mit den weltweit hungernden Menschen. Glettler bezeichnete das Glockenläuten dabei als "starke und zugleich hilflose Geste": Stark sei das Läuten, weil es an den christlichen Auftrag erinnere, Leben zu retten. Zugleich ändere es allein nichts an der Realität, "weil es kaum etwas an den beschämenden Fakten ändert: Nach Schätzungen sterben täglich über 25.000 Menschen an den Folgen von Hunger - das entspricht der Einwohnerzahl von zwei Tiroler Kleinstädten."

"Glocken haben seit jeher eine Weckruf-Funktion", meinte der burgenländische Generalvikar Michael Wüger. In der Diözese Eisenstadt wird am Freitag erstmals die 163 Kilogramm schwere Carlo-Acutis-Glocke der Pfarrkirche St. Michael läuten. "Dass unsere jüngste Glocke im Burgenland nun als Stimme für jene ertönt, die keine Stimme haben, ist ein kraftvolles Zeichen der Solidarität und christlichen Schöpfungsverantwortung", so Wüger.

"Eine Frage des Wollens"

Für Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler stellt das Glockengeläut "ein hörbares Zeichen unserer gemeinsamen Verantwortung" dar. Hunger zähle weiterhin zu den größten humanitären Herausforderungen der Zeit. Verschärft wird die dramatische Situation laut Caritas durch die Klimakrise: 3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen leben bereits in Regionen, die stark von den Folgen der Klimakrise betroffen sind. "Wir dürfen die Millionen Menschen, die unmittelbar von Hunger betroffen sind, nicht vergessen. Es ist eine Frage des Wollens und der damit verbundenen politischen Entscheidungen, den weltweiten Hunger zu beenden", so Tödtling-Musenbichler.

Nachhaltige Projekte

Die diözesanen Caritasstellen unterstützen mit den Spendengeldern gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen nachhaltige Projekte. So fördert etwa die Caritas Steiermark im Südsudan und in Burundi - zwei der ärmsten Länder der Welt - Vorhaben in den Bereichen Bildung, Gesundheitsvorsorge und Landwirtschaft.

Im Südsudan sind laut Angaben 7,8 Millionen Menschen von Hunger betroffen, 2,2 Millionen Kinder sind unterernährt; der Südsudan ist zudem von der Gewaltsituation im benachbarten Sudan betroffen. "Nachhaltige Projekte in der Landwirtschaft wirken zum einen gegen den Klimawandel, verbessern aber auch die Ernährungssituation der Menschen", so die Hilfsorganisation. Aufgrund der ausbleibenden internationalen Hilfsgelder sei es umso wichtiger, für die Menschen vor Ort bessere Bedingungen zu schaffen, wies Angelika Kobl von der Auslandshilfe der Caritas Steiermark hin.

Bereits seit Jahrzehnten unterstützt die Salzburger Caritas Syrien, den Libanon und Ägypten - verschiedenste Krisen, Kriege und Katastrophen treffen die Menschen in diesen Ländern besonders hart. Kurt Sonneck, Direktor der Caritas Salzburg: "Mit dem Glockenläuten setzen wir ein hörbares Zeichen der Solidarität und erinnern daran, dass konkrete Hilfe vor Ort dringend gebraucht wird, damit Familien auch in schwierigsten Zeiten eine Perspektive haben." Für die betroffenen Menschen sei die Hilfe der Caritas Salzburg überlebenswichtig. "Jeder Euro zählt!", so Sonneck.

In Tirol kommen die Spendengelder Projekten in Burkina Faso und Mali zugute, während die Caritas Oberösterreich unter anderem Ernährungs- und Landwirtschaftsprojekte in der Demokratischen Republik Kongo unterstützt.

(Caritas-Spenden: IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560, BIC: GIBAATWWXXX, Kennwort: Zukunft ohne Hunger - Online: www.caritas.at/hunger)