Mittwoch 29. Juli 2026

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39 degrees celsius of temperature in the city Madrid  . Spain
iStock/Natalia SO / 39 degrees celsius of temperature in the city Madrid . Spain
29.07.2026

Caritas zu Hitzewelle: Klimakrise längst auch soziale Krise

Die Hilfsorgansiation warnt vor wachsender sozialer Ungleichheit durch Extremhitze. Caritas-Präsidentin Tödtling-Musenbichler: "Hitze trifft nicht alle gleich". Caritas verstärkt mit Klimaoasen und Streetwork ihre Hilfsangebote.

Klimaoasen, mehr Streetwork und ein Aufruf zu Spenden und Freiwilligenarbeit: Vor der für die kommenden Tage angekündigten Hitzewelle verstärkt die Caritas österreichweit ihre Hilfsangebote für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. "Hitze trifft nicht alle gleich", weist Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler am Mittwoch in einer Aussendung hin. Extreme Hitze sei damit nicht mehr nur ein Wetterphänomen, sondern eine soziale Krise, die vorrangig obdachlose Menschen, Armutsbetroffene und ältere Menschen treffe, betonten Tödtling-Musenbichler sowie Caritasdirektor Klaus Schwertner unisono. Sozial- und Klimapolitik müssten daher stärker zusammengedacht werden.


"Extreme Hitze darf nicht darüber entscheiden, wer geschützt ist und wer nicht. Gerade Menschen ohne kühlen Rückzugsort brauchen jetzt unsere besondere Unterstützung", so Tödtling-Musenbichler. Als besonders vulnerabel bezeichnete die Hilfsorganisation obdachlose Menschen, ältere Alleinlebende, chronisch Kranke und Familien mit kleinen Kindern.


"Politische Debatte bleibt hinter Realität zurück"

Die Caritas hat ihre Hilfsmaßnahmen auch mit grundsätzlicher Kritik an der bisherigen Klimapolitik verbunden. "Eines wird immer deutlicher: Die Klimakrise ist längst auch eine soziale Krise - und jene Menschen, die am wenigsten zu ihrer Entstehung beigetragen haben, leiden oft am stärksten unter ihren Folgen", schreibt Schwertner in sozialen Medien. Und weiter: "Die politische Debatte bleibt hinter der Realität zurück, wenn extreme Hitze als unangenehmes Sommerwetter behandelt wird. Tatsächlich haben wir es mit einer Krise zu tun, die Menschen krank macht und Menschenleben gefährdet."


Klimaschutz sei "kein Luxusprojekt", sondern Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik. Die Caritas fordert unter anderem einen nationalen Hitzeplan, ausreichend Notquartiersplätze für obdachlose Menschen, leistbaren und hitzebeständigen Wohnraum sowie mehr Grünflächen und konsumfreie kühle Aufenthaltsorte.


Konkret betreibt die Hilfsorganisation in Wien und Niederösterreich aktuell 24 Klimaoasen gemeinsam mit Pfarren. Laut Caritas engagieren sich mehr als 500 Freiwillige in diesen Einrichtungen. Zusätzlich sind Streetwork-Teams während der Hitzeperioden verstärkt unterwegs und verteilen Wasser, Sonnencreme, Kopfbedeckungen und Kühldecken an obdachlose Menschen. Auch der Louisebus, die mobile Arztpraxis der Caritas, fährt häufiger aus.


Laut Caritas steigt während längerer Hitzeperioden die Nachfrage nach den Hilfsangeboten deutlich; die Caritas wirbt deshalb um zusätzliche Spenden und sucht über ihre Plattform "füreinand'" weitere Freiwillige für kurzfristige Einsätze. Nachbarschaftshilfe könne in Hitzeperioden oft ebenso wichtig sein wie materielle Unterstützung, betonte Tödtling-Musenbichler. "Oft sind es einfache Dinge, die Großes bewirken: ein kühler Platz, Trinkwasser, Sonnenschutz oder jemand, der nachfragt, wie es einem geht."

Spendenkonto:

Caritas IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560

Kennwort: Not im Inland

Online spenden: www.caritas.at/hitze; www.caritas.at

 

Quelle: kathpress