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Schulstart: Mit Schultüten Müttern in Not helfen
Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub / Schulstart: Mit Schultüten Müttern in Not helfen
19.08.2026

Schulstart: Mit Schultüten Müttern in Not helfen

Handgemachtes für den guten Zweck: Mütter aus den Mutter-Kind-Einrichtungen der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien verkaufen handgefertigte Schultüten. Der Erlös kommt Müttern und Familien in Notsituationen zugute, die sich den Schulstart aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht leisten können.

Wer noch auf der Suche nach einer Schultüte für sein Schulkind ist, wird bei der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien fündig: Mütter aus den Mutter-Kind-Einrichtungen fertigen handgemachte Schultüten und bieten diese zum Verkauf an. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Schultüten aus „Mamas Werkstatt“, dem Social Business der Stiftung, soll der Armut von Schwangeren, alleinerziehenden Müttern und Familien in Not entgegengewirkt werden. Diese leiden besonders stark unter den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen.

 

Die handgemachten Schultüten können ab sofort unter werkstatt@mamasgmbh.at bestellt und in Mamas Werkstatt, Stephansplatz 6, 1010 Wien, abgeholt werden. Neben den bereits vorgefertigten Produkten werden auch Auftragsarbeiten übernommen: Interessierte können mit einem eigens ausgesuchten Stoff in die Werkstatt kommen, aus dem die Mütter dann eine Schultüte anfertigen.

 

„Der erste Schultag ist ein aufregender und einzigartiger Moment – ein Schritt hinaus in eine neue Welt voller Entdeckungen, Fragen und kleiner Wunder. Wie Hermann Hesse einst ausdrückte: ‚Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.‘ Diesen Zauber begleiten unsere selbstgenähten Schultüten, die von alleinerziehenden Müttern in Mamas Werkstatt mit viel Sorgfalt und Herzblut gefertigt werden. Jede Schultüte ist ein Unikat und macht den Schulstart noch ein wenig bunter und persönlicher – alles aus upgecycelten Stoffen und mit Blick auf Nachhaltigkeit produziert. So wird aus einem besonderen Tag eine bleibende Erinnerung, die Geschichten erzählt und lange Freude schenkt.“, sagt Verena Wondrak, Leiterin von Mamas Werkstatt.

 

Social Business fördert Mütter

Mamas Werkstatt ist das Social Business der St. Elisabeth-Stiftung im Herzen der Stadt im Zwettlerhof am Stephansplatz 6. Die Werkstatt bietet alleinerziehenden Müttern die Möglichkeit, im Rahmen befristeter Anstellungen ihre Einkommenslage zu verbessern. Frauen erlernen die Herstellung von Produkten für Mutter und Kind sowie wichtige unternehmerische Kompetenzen bei der Organisation des Ein- und Verkaufs. Die Folge ist ein höheres Selbstwertgefühl und wachsendes Vertrauen darin, künftige Herausforderungen gut meistern zu können. Ein zusätzliches Schulungsangebot, individuelle Beratungen und Kreativkurse runden das Unterstützungsangebot zur Vorbereitung auf den österreichischen Arbeitsmarkt ab.

 

Immer mehr Familien können sich das Leben nicht mehr leisten

Die Familien-, Rechts- und Schwangerenberatungsstelle der St. Elisabeth-Stiftung verzeichnet weiterhin einen Anstieg der Beratungsgespräche. In den letzten Wochen kamen Frauen – etwa 100 pro Monat – vermehrt aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten hilfesuchend in die Beratungsstelle. Sie befinden sich in einer belastenden Situation: Teilweise werden die Stromrechnungen bereits jetzt verdreifacht, um eine noch höhere, unbezahlbare Jahresabrechnung abzufedern. Das ist für Alleinerzieherinnen und Familien schwer bis gar nicht stemmbar. Hinzu kommen die steigenden Lebensmittel- und Mietpreise. Die meisten Klientinnen kommen aus Österreich, den EU-Ländern, Syrien, Nigeria oder dem Iran. Auch die steigenden Mieten können sich die Frauen, die sich an die St. Elisabeth-Stiftung wenden, nicht mehr leisten. Darüber hinaus fehlt den jungen Familien oft Geld, um Windeln, Feuchttücher, Waschmittel, Grundnahrungsmittel und Medikamente zu erwerben.

 

„Durch die aktuell extrem hohen Lebenshaltungskosten können sich immer mehr Familien ihr Leben nicht mehr leisten und gelten plötzlich als arm. Diese erschreckende Entwicklung in einem Land wie Österreich macht mich sehr betroffen. Nur durch Spenden in Form von Geld- und Sachspenden können wir täglich Frauen und Kindern helfen, auch in diesen schwierigen Zeiten nicht zu verzweifeln und insbesondere den Schulstart im Herbst ohne noch größere Sorgen zu bewältigen.“ betont Nicole Meissner, Geschäftsführerin der St. Elisabeth-Stiftung.

 

Zwei aktuelle Fälle

Zwei aktuelle Fälle machen die schwierige Situation deutlich:

Die alleinerziehende Frau A. aus Bulgarien lebt seit 18 Monaten in Österreich. Sie hat ihre Tochter hier in Wien bekommen und keine Familie vor Ort. Frau A. geht sehr liebevoll mit ihrem Kind um, trägt als Alleinerziehende jedoch die gesamte Verantwortung auf ihren Schultern. Die beiden wohnen im Mutter-Kind-Haus der St. Elisabeth-Stiftung. Frau A. wünscht sich eine kleine Wohnung nur für sich und ihre Tochter, kann sich diese zusätzlichen Kosten aber derzeit nicht leisten. Sie lernt fleißig Deutsch, arbeitet in Mamas Café, dem zweiten Social Business der St. Elisabeth-Stiftung, und hat den tiefen Wunsch, ihrer Tochter möglichst gute Startbedingungen zu bieten.

 

Familie S. aus Syrien lebt seit September 2021 in Österreich und war zuvor in einem Flüchtlingslager in der Türkei. Die Familie konnte nichts mitnehmen außer ihren Handys. Da sie erst seit kurzer Zeit in Wien ist, verfügt sie derzeit über keinerlei Einkommen. Ihre Tochter fängt im September mit der Schule an. Sie können sich weder eine Schultasche noch die benötigten Lernmaterialien leisten. Obwohl die Familie erst seit Kurzem in Österreich ist, spricht die Tochter bereits fast akzentfrei Deutsch und freut sich schon sehr auf die Schule.

 

Über die St. Elisabeth-Stiftung

Unter dem Motto „Mama, du schaffst das!“ unterstützt die St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien schwangere Frauen, wohnungslose alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern und Familien in schwierigen Lebenssituationen sowie obdachlose Menschen. Das vielseitige Angebot der Stiftung umfasst einen Beratungsbereich mit einer Familien-, Rechts- und Schwangerenberatungsstelle sowie einem psychotherapeutischen Angebot, einen Wohnbereich mit vier Mutter-Kind-Einrichtungen und einem eigenen sozialpädagogischen Team sowie Startwohnungen. Direkte Hilfe bietet die Stiftung auch über das Sachspendenlager an.

Das Mobil betreute Wohnen ermöglicht ein weitgehend selbstständiges Wohnen mit bedarfsorientierter Begleitung. Mit dem Sozialen Wohnungsmanagement können Wohnungen an obdachlose Menschen vermittelt werden. Ebenso bietet die Stiftung einen Arbeitsintegrationsbereich an, zu welchem die Web- & Kreativwerkstatt, klassische Arbeitsintegration, Mamas Werkstatt sowie Mamas Café gehören.

 

Die St. Elisabeth-Stiftung führt das Österreichische Spendengütesiegel. Die Spenden sind steuerlich absetzbar.

 

Spendenkonto

IBAN: AT30 1919 0000 0016 6801

www.elisabethstiftung.at