Donnerstag 20. August 2026

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stift Heiligenkreuz
20.08.2026

Heiligenkreuz: Abt Maximilian Heim legt sein Amt zurück

Nach zwei Amtsperioden wird Maximilian Heim am 14. September die Leitung des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz abgeben. Anstelle eines neuen Abtes soll zunächst ein Administrator für drei Jahre gewählt werden.

Das Zisterzienserstift Heiligenkreuz hat am Donnerstag, 20. August, bekannt gegeben, dass Abt Maximilian Heim OCist sein Amt niederlegen wird. Heim informierte den Konvent am Hochfest des heiligen Bernhard von Clairvaux, des Ordensvaters der Zisterzienser, über seine Entscheidung. Die Amtsübergabe ist für den 14. September 2026, das Fest der Kreuzerhöhung, vorgesehen.

 

Heim war am 10. Februar 2011 zum 68. Abt von Heiligenkreuz gewählt und später für eine zweite Amtsperiode bestätigt worden. Insgesamt war er rund 30 Jahre in unterschiedlichen Leitungsaufgaben des Stiftes tätig, unter anderem als Novizenmeister, Prior und Abt. Von 2016 bis 2025 stand er außerdem als Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation vor.

 

Als Gründe für seine Entscheidung nannte Heim seine Herzerkrankung im vergangenen Jahr sowie den Abschluss seiner zweiten Amtsperiode. Er wolle die Leitung nun in jüngere Hände legen und künftig weiterhin als Seelsorger und Theologe im Dienst des Stiftes tätig sein.

 

Abt Maximilian Heim (65) trat 1983 in das Zisterzienserstift Heiligenkreuz ein und wurde 1988 zum Priester geweiht. Er gehörte zu den Gründungsmönchen des Priorats Stiepel in Bochum, wirkte dort als Kaplan und Kantor und kehrte 1996 als Novizenmeister und Kantor nach Heiligenkreuz zurück. 1999 wurde er Prior. 2003 promovierte er mit einer Arbeit über die Ekklesiologie Joseph Ratzingers und lehrte anschließend Fundamentaltheologie. Für sein Ratzinger-Buch erhielt er 2011 den erstmals vergebenen Ratzinger-Preis.

 

Am 10. Februar 2011 wählte ihn der Konvent zum 68. Abt von Heiligenkreuz. Sein Wahlspruch lautet dabei „Cor ad cor loquitur“ – „Das Herz spricht zum Herzen“. Seither ist er auch Großkanzler der Hochschule Benedikt XVI. Von 2016 bis 2025 stand er zudem als Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation vor. Unter seiner Leitung wuchsen Kloster und Hochschule deutlich: Der Konvent erreichte mehr als 100 Mitglieder, die Hochschule wurde erweitert und in Neuzelle ein neues Priorat gegründet. Auch das Priesterseminar Leopoldinum und die internationalen Beziehungen des Stifts wurden ausgebaut.

 

Im Juni 2025 ordnete der Vatikan eine Apostolische Visitation von Heiligenkreuz an. Im August legte Heim aus  gesundheitlichen Gründen das Amt des Abtpräses nieder, blieb jedoch vorerst Abt von Heiligenkreuz.

 

Die Wahl der neuen Leitung soll Mitte September stattfinden. Wahlberechtigt sind mehr als 80 Mönche mit feierlicher Profess. Nach Rücksprache mit dem vatikanischen Ordensdikasterium wird zunächst kein neuer Abt, sondern ein Administrator für die Dauer von drei Jahren. 

 

Der bevorstehende Leitungswechsel erfolgt wenige Monate nach dem Abschluss einer Apostolischen Visitation. Diese war im Juni 2025 vom vatikanischen Dikasterium für die Institute des geweihten Lebens angeordnet worden. Abtprimas Jeremias Schröder OSB und Sr. Christine Rod MC führten Gespräche mit 90 Mönchen und zahlreichen externen Personen. Im April 2026 wurde die Visitation abgeschlossen. Die daraus hervorgegangenen Anweisungen betreffen unter anderem die interne und externe Kommunikation, die strategische Ausrichtung und Prioritätensetzung, das theologische und spirituelle Profil sowie die Begleitung junger Menschen auf dem Weg zum Ordensleben und Priestertum. 

 

Das Stift Heiligenkreuz wurde 1133 von Markgraf Leopold III. auf Anregung seines Sohnes Otto von Freising gegründet und mit Mönchen aus der französischen Abtei Morimond besiedelt. Es zählt zu den ältesten seit ihrer Gründung ununterbrochen bestehenden Zisterzienserklöstern der Welt. Zum Stift gehören heute mehrere Pfarren sowie die Priorate Neukloster in Wiener Neustadt, Stiepel in Bochum und Neuzelle in Brandenburg. Die 1802 gegründete theologische Lehranstalt des Stiftes wurde 2007 von Papst Benedikt XVI. zur päpstlichen Hochschule erhoben. Eine wichtige Aufgabe des Stiftes ist die Pfarrseelsorge. Nach der aktuellen Übersicht der Abtei sind 18 Heiligenkreuzer Mönche als Pfarrer, Pfarrmoderatoren, Kapläne, Pfarrvikare oder Seelsorger in 17 Pfarren der Erzdiözese Wien eingesetzt. Diese liegen vor allem in den Dekanaten Heiligenkreuz, Baden, Wiener Neustadt, Neunkirchen und Gloggnitz. Einige Patres betreuen mehr als eine Pfarre; in mehreren Gemeinden wirken zwei Heiligenkreuzer Mönche gemeinsam.