Im Stift Heiligenkreuz stand der 20. August, der Festtag des heiligen Bernhard von Clairvaux, ganz im Zeichen des Ordensnachwuchses: Fr. Virgil Pichler, Fr. Jakobus Maria Graziadei, Fr. Amos Nagy und Fr. Arsenius Wimmer legten ihre zeitliche Profess ab. P. Emmeram Brolich verlängerte seine bereits bestehende zeitliche Profess.
Mit der Profess beginnt für die jungen Ordensmänner ein neuer Abschnitt ihres Klosterlebens. Nach dem Noviziat binden sie sich zunächst für einen begrenzten Zeitraum an die Gemeinschaft von Heiligenkreuz und verpflichten sich zu einem Leben nach der Regel des heiligen Benedikt.
Die benediktinische Tradition kennt dabei drei zentrale Versprechen: Beständigkeit, klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam. Die sogenannte stabilitas bedeutet vor allem die Bindung an die konkrete Klostergemeinschaft. Mit conversatio morum ist die beständige Ausrichtung des eigenen Lebens am Evangelium und an der monastischen Lebensform gemeint; dazu gehören auch Armut und Ehelosigkeit. Das Versprechen des Gehorsams bezieht sich auf die Regel des heiligen Benedikt, den Abt und das gemeinsame Leben im Kloster.
Die zeitliche Profess ist noch keine endgültige Bindung. Sie wird für einen bestimmten Zeitraum abgelegt und soll sowohl dem Mönch als auch der Gemeinschaft ermöglichen zu prüfen, ob der eingeschlagene Weg dauerhaft trägt. Erst mit der späteren feierlichen oder ewigen Profess bindet sich ein Mönch auf Lebenszeit an das Kloster.
Für Benediktiner und Zisterzienser zählen die Professfeiern deshalb zu den wichtigsten Stationen einer Klosterbiografie. Grundlage dafür ist bereits das 58. Kapitel der Benediktsregel, das den Eintritt und die Aufnahme eines neuen Mönchs ausführlich beschreibt.
Dass die Feier gerade auf den 20. August fiel, hat in Heiligenkreuz besondere Bedeutung. Bernhard von Clairvaux zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Geschichte des Zisterzienserordens und wird in den Klöstern des Ordens besonders verehrt.