Pfarrgemeinderat und Vermögens- und Verwaltungsrat der Pfarre Berndorf-St. Margareta haben beschlossen, „nach einer langfristig tragfähigen Lösung für die Marienkirche zu suchen“. Darüber informieren Pfarrer Christian Lechner, Hannes Hazod als stellvertretender Vorsitzender des Vermögens- und Verwaltungsrates und Karl Srnec als stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates in einem Brief vom 22. August an die Berndorfer Bevölkerung.
Ziel sei es, „den Bestand der traditionsreichen Kirche dauerhaft finanziell zu sichern und eine ihrem sakralen Charakter entsprechende Nutzung zu gewährleisten“. Denkbar sei, die Marienkirche einer anderen christlichen Kirche oder Gemeinschaft als Gottesdienststätte zu überlassen. Geprüft würden auch „eine Vermietung oder ein Verkauf“, allerdings nur dann, wenn damit ein überzeugendes Konzept für Erhaltung, Finanzierung und angemessene Nutzung verbunden sei.
Fest steht derzeit noch nichts. „Es gibt weder ein konkretes Angebot noch eine Vereinbarung mit einem möglichen Nutzer oder Käufer“, heißt es ausdrücklich in dem Schreiben. Alle weiteren Schritte sollen in enger Abstimmung mit der Diözesanleitung gesetzt werden.
Die Marienkirche ist ein markanter Teil der Berndorfer Stadtgeschichte. Arthur Krupp ließ sie ab 1881 für die katholische Bevölkerung der rasch wachsenden Industriestadt errichten. Geplant wurde der neugotische Bau vom Wiener Architekten Victor Rumpelmayer. Am 2. September 1883 wurde als Schlussstein ein Stein vom Ölberg in Jerusalem eingesetzt. Auffällig ist vor allem der 42 Meter hohe Fassadenturm. Bei der Generalsanierung 1967 wurde der Innenraum durch den Maler Franz Drapela neu gestaltet.
Die Kirche steht am Kislingerplatz im Zentrum Berndorfs, unmittelbar neben dem Stadttheater. Damit gehört sie bis heute zum historischen Krupp-Ensemble und zu den prägenden Bauwerken der Stadt.
Über die weitere Entwicklung wollen Pfarrer, VVR und PGR die Pfarrgemeinde und die Öffentlichkeit informieren.