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27.08.2026

Schönborn: Solidarität mit der leidgeprüften Ukraine

Kardinal in "Heute"-Kolumne: "Wird es der leidgeprüften Ukraine gegönnt sein, dass endlich die Waffen schweigen? Gott gebe es!"- Erinnerung an historischen Besuch in Kiew im Jahr 2014

Seine Solidarität mit der Ukraine hat einmal mehr Kardinal Christoph Schönborn bekundet. In seiner wöchentlichen Kolumne in der Tageszeitung "Heute" (Donnerstag) schreibt der Kardinal, dass er sich nichts sehnlicher als Frieden wünsche: "Wird es der leidgeprüften Ukraine gegönnt sein, dass endlich die Waffen schweigen? Gott gebe es!"

Die Realität sehe freilich ernüchternd aus. Diese Woche sei in der Ukraine des 24. August 1991 gedacht worden, erinnerte Schönborn. An diesem Tag vor 35 Jahren habe die Ukraine ihre Unabhängigkeit erlangt. Es habe aus diesem Anlass Solidaritätsbesuche in Kiew gegeben; zum Feiern sei man aber nicht aufgelegt gewesen. Der russische Angriffskrieg gebe dazu keinen Anlass. Er richte sich genau gegen diese Unabhängigkeit und ein Ende sei nicht abzusehen, so der Wiener Kardinal: "Statt von Frieden zu sprechen, geht es um weitere Waffenlieferungen, die offensichtlich nicht ausreichen, um diese Tragödie zu beenden."

 

Schönborn erinnert an seinen Besuch im Dezember 2014 in Kiew, als er als Sondergesandter von Papst Franziskus (2013-2025) an den Feiern zum 25-Jahr-Jubiläum der Wiedererlangung der Freiheit der Ukrainisch-Griechisch-Katholischen Kirche teilnahm. "Mit dem Ende der Sowjetunion endeten auch die langen Jahrzehnte der Verfolgung aller Religionen durch den atheistischen Kommunismus", so der Kardinal. Unvergesslich sei ihm die Begegnung mit dem Rat der Religionen in Kiew: "Spürbar war der Wille, gemeinsam für eine bessere Zukunft zusammenzuwirken."

 

In seiner Rede vor dem Rat hatte Schönborn 2014 an die Kirchen und Religionen appelliert, sich gemeinsam für den Frieden im Land und für eine gerechte demokratische Gesellschaft einzusetzen. Schönborn überbrachte die Segenswünsche des Papstes, zugleich aber auch dessen Sorge über den Kriegszustand, der damals schon in der Ostukraine herrschte.

 

Die große kirchliche Jubiläumsfeier fand in der damals neu errichteten griechisch-katholischen Kathedrale zur Auferstehung in Kiew statt. Vor der Jubiläumsfeier hatte Schönborn am Maidan-Platz der Opfer der Protestbewegung von Anfang 2014 gedacht. Am Maidan-Platz wie auch beim Nationaldenkmal für die Holodomor-Opfer entzündete der Kardinal damals eine Kerze. "Holodomor" (wörtlich "Tod durch Hunger") ist jene von Stalin in den 1930er-Jahren absichtlich ausgelöste Hungerkatastrophe, bei der Millionen Ukrainer starben.